FUNDGRUBEN Im Schlusswort seiner Übersicht der Märchenliteratur (Berlin, 16. Januar 1856) stellt Wilhelm Grimm die Frage: «Wie will man es erklären, wenn die Erzählung in einem einsamen hessischen Gebirgs- dorf mit einem indischen oder griechischen oder serbischen Märchen seiner Grundlage nach übereinstimmt?»26 Verschiedene Verbreitungstheorien versuchen darauf eine Antwort zu geben.27 Die Erzählforscher können hierbei auf einen reichen Fundus zurückgreifen. Märchen- und Sagensammler(-innen) wie Laurenz Feger, Alois Lütolf28, Ignaz Vincenz Zingerle29, Laura Gonzenbach30 u.a. haben mit Fleiss und Begeisterung nach mündli- chen Vblksüberlieferungen gesucht und ihre Aufzeichnungen in Buchform veröffentlicht. Die folgenden Werke enthalten Varianten zur Volkserzählung Drei Ratschläge (AaTh 910 B)31 und sind vom Verfasser eingesehen worden. Die Zeit- und Ortsangaben gestatten jedoch keine Rück- schlüsse auf die Verbreitung oder den Wanderweg der Erzählung. 26 Wilhelm Grimm: Übersicht der Märchenliteratur. In: Kinder- und Hausmärchen. Ausgabe letzter Hand [1857] mit den Originalanmerkungen der Brüder Grimm [...], hrsg. von Heinz Rölleke. Stuttgart: Reclam UB Nr. 3193, 1980. Bd. 3, S. 352 - 414. Zitat S. 406. 27 Vgl. Hermann Bausinger: Formen der «Volkspoesie». Berlin: Erich Schmidt 1968, 21980 (= Grundlagen der Germanistik, 6). Besonders den Abschnitt 1.3: Erbe - Wandergut - Elementargedanke. 28 WieAnm. 1. 29 Eduard Hengartner: «Wie schätzbar oft die kleinsten Sagen und Gebräuche sein können.» (Ignaz V. Zingerle). Der Briefwechsel zwischen den beiden Sagenfor- schern Alois Lütolf (Innerschweiz) und Ignaz Vincenz Zingerle (Tirol), 1862 - 1866. In: Der Geschichtsfreund 138 (1985), S. 12 - 54 (= Jahrbuch des Historischen Vereins der fünf Orte). 30 Rudolf Schenda: Laura Gonzenbach und die Sicilianischen Märchen. In: Fabula, Zeitschrift für Erzählforschung 20 (1979), S. 205 - 216 (= Festschrift Max Lüthi). 31 AaTh = Antti Aarne/Stith Thompson: The Types of the Folk-Tale. Helsinki M961 (= Folklore Fellows Communications 184). Vgl. auch Helga Stein: Barbier des Königs (AaTh 910 C). In: Enzyklopädie des Märchens 1 (1977), Sp. 1215 - 1217. Zum Schluss danke ich meinem Lehrer, Herrn Prof. Dr. Rudolf Schenda (Universität Zürich), für die Nachweise aus seinen Zettelkästen. 227
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.