aufnahm, sondern nur jene, die ihn interessierten. Daher ist die Sammlung für die Landammännersiegel fast vollständig, hingegen bestehen bei den interessantesten Siegel - bei den Siegeln der Landesherren und geistlichen Würdenträgern - grosse Lücken. Trotz der hier erwähnten Mängel bleibt festzuhalten, dass die Siegelzeich- nungen, die Eugen Verling aufgrund der Skizzen von Fridolin Tschugmell anfertigte, äusserst wertvolle Vorarbeiten für diesen Katalog darstellte. 3. DIE SIEGELSAMMLUNG DES LIECHTENSTEINISCHEN LANDESARCHIVS Unsere Archive enthalten, obwohl es sich um verhältnismässig kleine Archive handelt, eine erstaunliche Vielfalt an Siegeln. Dieser Reichtum wird jedoch nicht sichtbar, da die Siegel an den Urkunden hängen, bzw. auf die Dokumente aufgedrückt sind und an verschiede- nen Orten aufbewahrt werden. Der Gedanke, eine Siegel(abguss)- sammlung aufzubauen, liegt daher nahe. Eine solche Sammlung sollte im Idealfall alle Siegel bis zum Jahre 1800 umfassen.6 Den ersten Anlauf zu einer liechtensteinischen Siegelsammlung unternahm Georg Malin bei der Bearbeitung des Liechtensteinischen Urkunden- buches in den Jahren 1963 bis 1965. In der Einleitung zum 4. Band des ersten Teils des Liechtensteinischen Urkundenbuches schreibt er, dass alle Siegel der publizierten Urkunden beschrieben und von jedem dieser Siege] durch Claude Lapaire 2 Gipsabgüsse hergestellt worden seien.7 Leider blieb es bei der Absichtserklärung, mit dem Aufbau 6 Claude Lapaire schrieb 1959 über die zeitliche Abgrenzung von Siegelinventaren: «Pour repondre aux exigences de la science, il conviendrait de mouler tous les sceaux et cachets. anterieurs ä 1800, conserves dans les archives suisses, en faisant pourchaque piece une fiche d'inventaire detaillee. Ce projet colossal postule une equipe de specialistes consacrant tout leur temps ä l'inventaire et des moyens financiers importants, conditions irrealisables.» In: Le Corpus Sigillorum Helvetiae, Archivum Heraldicum, Bd. 73, 1959, S. 59. - Demgegenüber meint Ernst Ziegler: «Siegelabgüsse von bürgerlichen Familien zu sammeln, ist zweckmässig für die Zeit bis etwa 1550/1600 und da auch nur, wenn zu jedem Abguss die entsprechende Urkunde vorliegt.» In: Die Siegelsammlung im Staatsarchiv Basel-Stadt. S. 68. 7 Liechtensteiner Urkundenbuch, 1. Teil, Bd. 4, S. 7. 18
        

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