Da Eugen Verling für seine Wappendarstellungen in den meisten Fällen nur die Siegel als Quellen zur Verfügung standen, ergaben sich für ihn zwei heraldische Probleme: Siegel geben keine Tinkturen (Farben) an, und die Landammänner-Siegel wurden erst in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts als Vollwappen (d.h. mit Helm, Helmzier und Helmdecke) ausgeführt. Da Eugen Verling aber weder auf die Tinkturen noch auf die Helmzier verzichten wollte, musste er beides nach eigenem Gutdünken gestalten. Aus diesem Grunde entwarf er auch Wappen, bei denen unterschiedliche Tinkturen versucht wurden. Wappenbriefe, aus denen er solche Angaben hätte beziehen können, waren Verling offensichtlich nicht bekannt. Tat- sächlich dürften solche Wappenbriefe auch nur für wenige liechten- steinische Familien existiert haben.3 Nach diesen Bemerkungen zur Heraldik zurück zu den Siegeln. Offensichtlich angeregt durch die Arbeiten von Tschugmell und Verling, begann sich auch Josef Ospelt für die Landammänner und deren Siegel zu interessieren. Im Jahrbuch 1940 des Historischen Vereins veröffentlichte er den Beitrag «Landammänner - Verzeichnis und Landammänner-Siegel». Diese Publikation umfasst eine alpha- betische Zusammenstellung der Landammänner bis 1808 und die Zeichnungen von 75 Landammännersiegeln. Die wesentlichen Vorar- beiten für diesen Beitrag leisteten Fridolin Tschugmell, der die Siegel und Angaben zu den Landammännern aus den Archivalien heraus- suchte, und Eugen Verling, der die Siegel zeichnete. Für die Siegelforschung von grosser Bedeutung sind die «Zeich- nungen von Siegeln aus liechtensteinischen Archiven», die Verling im Jahre 1941 schuf. Diese Sammlung umfasst etwa 325 Siegel aus dem Zeitraum 15. - 20. Jahrhundert und ist alphabetisch geordnet. Zu den einzelnen Siegeln werden folgende Angaben gemacht: Name des 3 Bekannt ist bis heute nur der Wappenbrief von Kaiser Karl VI. für Adam Rheinberger vom 18. September 1731. Darin wird das Rheinberger-Wappen der Löwen-Linie wie folgt beschrieben: «...haben wir... Adam Rheinberger, allen seinen ehelichen leibserben und derselben erbenserben hernachbeschrieben wappen und clainot mit namen einen goldenen schildt, darinnen drei blau und lasurfarbene Lilien - eins, und zwei gestellt. - Über dem Helm ein blau-gold gewundener Pausch. darüber ein goldfarbener Löwe wachsend, in den Pranken eine Lilie haltend. - Helmdecken blau-gold.» (Kopie im LLA). 16
        

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