Schiedsspruch von Kaiser Sigmund das strittige Gebiet dem Freiherrn Wolfhart von Brandis zugesprochen.33 Seither verstand man unter «Herrschaft Schellenberg» das gesamte Gebiet am und um den Eschnerberg. Die Herrschaft Schellenberg und die Grafschaft Vaduz bildeten nun eine Einheit, waren sie doch im Besitz des gleichen Landesherren. Thomas Lirer hat seine Schwäbische Chronik wohl kurz vor 1485 verfasst34 - also zu einer Zeit, als Schellenberg und Vaduz schon längere Zeit in einer Hand waren. Es ist durchaus denkbar, dass er die Bezeichnung «Schellenberg» für das gesamte Territorium verwendet hat. Der Vorname Heinrich könnte als Hinweis auf Graf Heinrich von Werdenberg-Sargans zu Vaduz (t 1397) verstanden werden - allerdings lassen sich die andern Vornamen bei Lirer nicht ohne weiteres in einen Bezug zu tatsächlichen Personen setzen. Auf jeden Fall enthält die Schwäbische Chronik die erste Beschreibung einer silbernen Fahne in Schwarz. Darüber hinaus wird dieses Wappen in einen Zusammenhang zum Territorium des heutigen Fürstentums Liech- tenstein gebracht. Etwa hundert Jahre nach Lirers Chronik wird das Fahnenwappen in der Tingierung silberne Fahne in Schwarz wieder erwähnt, diesmal mit einer Abbildung. In Aegid Tschudys «Wappenbuch Schweizeri- scher Geschlechter»,35 entstanden in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, findet sich dieses Wappen auf Seite 338 mit der Bezeichnung «Der alten Graffen von Werdenberg Wappen». Der Wappenschild trägt keine Helmzier. Während Tschudy bei zahlreichen anderen Wappenabbildungen als Quelle für Wappen und Helmzier die Notiz «ex sigillo arma et galea» (Wappen und Helmzier nach einem Siegel) anbringt und zuweilen noch das Datum einer besiegelten Urkunde nennt, fehlen hier solche Angaben. Wir wissen also nicht, wo Tschudy die Tingierung dieses Wappens gefunden hat. Die verschiedenen Werden- 33 Andreas Ulmer: Wie Anm. 7, S. 953. 34 Die Schwäbische Chronik wurde frühestens 1452 verfasst. Frdl. Mitteilung von Dr. Rolf Köhn. 35 Arma Gentilitia Nobilium Helvetiae Abs Aegidio Tschudy Delineata, Stiftsbiblio- thek St.Gallen, cod. 1085. 95
        

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