Nur im dritten Wappenbuch erscheint ein Graf von Werdenberg- Vaduz: Ulrich Richentals Konzilchronik, aufgezeichnet 1414 - 1418, ausgearbeitet nach 1420, nennt Graf Hartmann IV., den Bischof von Chur, gibt sein Wappen aber mit falscher Tingierung: «Dominus Hartmannus Episcopus Curiensis et comes de Werdenberg de Sant- gans»: Der gevierte Wappenschild trägt in Feld 1 und 4 den Churer Steinbock, in 2 und 3 eine rote Fahne in Silber, also die Montforter Farben.16 Richental ist sonst sehr genau und zuverlässig. Die Wappen der am Konzil teilnehmenden Werdenberger Grafen zu Sargans, zu Bludenz, Heiligenberg und Rheineck sind alle mit den richtigen Farben aufgezeichnet, ebenso die der verschiedenen Montforter.17 Nur bei Bischof Hartmann, dem letzten Vaduzer Grafen, der während des Konzils 1416 starb, war Richental offenbar falsch unterrichtet, so dass sein Werk für unsere Untersuchung keine Aufschlüsse zu geben vermag. Aufgrund der bisherigen Ausführungen lässt sich feststellen, dass es keine bekannten Belege für ein Wappen silberne Fahne in Schwarz gibt, die aus der Zeit zwischen 1342 und 1416 stammen. Eine eindeutige Zuweisung dieses Wappens an die Vaduzer Linie der Grafen von Werdenberg-Sargans ist durch eigentliche Quellen also nicht möglich. Es gibt umgekehrt aber auch keine Belege für dieses Wappen, die vor 1342 entstanden sind, was eine solche Zuschreibung ausschliessen würde. Auch die bekannten Wappenbücher des 15. Jahrhunderts führen zunächst nicht weiter.18 Das Stuttgarter Wappenbuch von 1439/50 enthält die Wappen von Montfort-Tettnang und -Feldkirch sowie von Werdenberg-Sargans. Ebenso das Berliner Wappenbuch von 1470. Das Wappenbuch des Abts Ulrich Rösch von St.Gallen von 1466/70 bringt nur Werdenberg-Sargans-Trochtelfingen (silberne Fahne in Rot) und Montfort-Tettnang. Im letzten Drittel des 15. Jahrhunderts stossen wir auf den ersten Beleg für das zur Diskussion stehende Wappen: Thomas Lirers 16 Otto Feger (Herausg.): Ulrich Richental, Das Konzil zu Konstanz, Konstanz und Starnberg 1964, Band l, Faksimile F. 111 b. 17 Otto Feger, wie Anm. 10, F. 142 b und 143. 18 Liesching, Montforter Fahne, wie Anm. 10, S. 258 Quellen. 88
        

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