nur bis ins 19. Jahrhundert zurückverfolgen lassen, besassen die Grafen zu Vaduz eine silberne Fahne im schwarzen Feld. Die vorliegende Arbeit versucht nun, ältere Belege - wenn möglich Quellen - für dieses Wappen zu finden. Die Pfalzgrafen von Tübingen, das Stammhaus aller Linien mit der Kirchenfahne, hatte die goldene Fahne in Rot (Linien Herrenberg und Asperg) bzw. die rote Fahne in Gold (Linie Böblingen - Lichteneck). Montfort führte die rote Fahne in Gold für die Linie Feldkirch und die rote Fahne in Silber für Tettnang. Für Werdenberg-Heiligenberg kennen wir die schwarze Fahne in Silber, für Werdenberg-Sargans die silberne Fahne in Rot.10 Diese Wappen sind durch zeitgenössische Abbildungen in Wappenbüchern und Wappenfolgen oder durch Darstellungen auf Glasscheiben, sakralen Gegenständen usw. belegt. Das Werdenberg-Sarganser Wap- pen erscheint erstmals auf den Schliessen eines Evangeliars der Fürstl. Fürstenbergischen Hofbibliothek Donaueschingen, entstanden um 1280." Das Werdenberg-Heiligenberger Wappen ist auf dem Emaille- schildchen eines Altarkreuzes aus Schaan (heute im Landesmuseum Zürich) aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts zu finden.12 Wenn die Tradition richtig ist, dass die Grafen von Werdenberg- Sargans zu Vaduz ein eigenes Wappen in der Tingierung silberne Fahne in Schwarz führten, so entstand dieses Wappen durch die Änderung der Werdenberg-Sarganser Schildfarbe von Rot zu Schwarz. Eine solche Änderung müsste zwischen 1342 und 1416 erfolgt sein, zwischen dem Entstehen einer selbständigen Grafschaft Vaduz und dem Erlöschen der Linie Werdenberg-Sargans zu Vaduz.13 Die Vermutung liegt nahe, dass die Vaduzer Grafen durch Symbole zum Ausdruck bringen wollten, dass sie eigenständige Territorialher- 10 Walther P. Liesching: Die Montforter Fahne im Wandel der Zeit. In: Montfort 34 (1982), S. 251 - 254. Derselbe: Die Wappengruppe mit der Kirchenfahne. In: Der Herold. Vierteljahresschrift für Heraldik 27 (1984), S. 8 - 15. 11 Liesching, Wappengruppe, wie Anm. 10. S. 14. 12 Poeschel, wie Anm. 5, S. 92 und Abb. 79. 13 Paul Diebolder: Graf Heinrich [, von Werdenberg-Sargans zu Vaduz. In: JBL 35 (1935), S. 8. Derselbe: Hartmann II. von Werdenberg-Sargans zu Vaduz, Bischof von Chur. In: JBL 37 (1937) S. 126. 86
        

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