Offensichtlich war in der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts unbestritten, dass die Vaduzer Linie der Grafen von Werdenberg- Sargans ein eigenes Wappen (weisse Fahne in Schwarz) geführt hat. So verwendet der Historische Verein seit 1931 Briefpapier, auf dessen Briefkopf die Wappen Werdenberg, Schellenberg, Brandis, Sulz, Hohenems und Liechtenstein zu einem Signet vereinigt sind. Diese Darstellung, die seit 1960 auch auf den Titelblättern der Jahrbücher abgebildet ist, deutet die Tinkturen der Wappen durch Schraffuren an: Für Werdenberg zeigt sie eine weisse Fahne im schwarzen Feld.3 Eugen Verling malte in seinem 1939 entstandenen Wappenbuch eine Serie unter dem Titel «Die Wappen der Dynastie von der Fahne Montfort»: Dort erscheint die Linie Werdenberg-Sargans zu Vaduz mit einem eigenen Wappen (silberne Fahne in Schwarz), das sich klar vom Wappen der Linie Sargans (silberne Fahne in Rot) abgrenzt.4 Belege für seine Wappendarstellungen gibt auch Verling nicht an. Entgegen dieser bis dahin üblichen Darstellung schrieb Erwin Poeschel über das Wappen der früheren Landesherren: «Werdenberg- Sargans und hernach Werdenberg-Vaduz: In Rot eine silberne Kirchenfahne mit drei Lappen.»5 Er ging also davon aus, dass die Linie Vaduz die Sarganser Farben beibehielt. Von einer besonderen Fahne der Linie Vaduz weiss er nichts. 1978 erhielt die Gemeinde Vaduz ein neues Wappen, das geviert ist und in den Feldern 2 und 3 die silberne Fahne in rotem Schild zeigt. Alois Ospelt weist in einer Einführung zu diesem Wappen darauf hin, dass die silberne Fahne auf Graf Hartmann III. von Werdenberg hinweist, der durch den Teilungsvertrag vom 3. Mai 1342 zum ersten Landesherrn in der Grafschaft Vaduz wurde. Ospelt 3 Die Schraffuren sind in diesem Signet mit einigen Fehlern behaftet, zwischen den Farben Rot und Schwarz wird aber klar unterschieden. Die älteren Jahrbücher von 1928 bis 1959 enthielten ein ähnliches Signet, doch wurden dort die Farben nicht durch Schraffen angegeben. 4 Ein handgemaltes Wappenbuch von Adels-, Bürger- und Gemeindewappen aus Graubünden, Glarus, Liechtenstein, Appenzell, St.Gallen und Vorarlberg. Gesam- melt von Eugen Verling 1939, S. 6. 5 Erwin Poeschel: Die Kunstdenkmäler des Fürstentums Liechtenstein. Basel 1950. S. 19. 84
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.