Am 12. Dezember 1941 bat Dr. Gustav Wilhelm, damals Direktor der fürstlichen Sammlungen, den Präsidenten des Historischen Vereins um verlässliche Angaben über «die richtigen Wappen» der fünf Vorbesitzer des Fürstentums Liechtenstein. Josef Ospelt verwies in seiner Antwort auf die Wappendarstellungen der Fenster im Treppenhaus des Regierungsgebäudes in Vaduz, die 1905 von der Tiroler Glasmalerei-Anstalt in Innsbruck im Auftrag der Fürstlichen Regierung angefertigt wurden. Er nahm an, dass der damalige Regierungschef Karl von In der Maur sich um eine «richtige Darstellung der Wappen» bemüht habe1. Auf diesen Fensterscheiben wird das Wappen der Grafen von Werdenberg-Sargans zu Vaduz als silberne Kirchenfahne in Schwarz dargestellt. Für die Richtigkeit dieser Darstellung verwies J. Ospelt im weiteren auf eine Stelle bei Kaiser/Büchel, wo es heisst: «Dieser Hugo I., der Ahnherr der Grafen von Montfort mit der roten Fahne, der Grafen von Werdenberg schwarzer Fahne und den Grafen von Sargans und Vaduz weisser Fahne, nahm um 1180 seinen Sitz auf der Schattenburg über Feldkirch».2 Dass hier über die Farbe des Schildes keine Angaben gemacht werden, störte J. Ospelt nicht. Bei den Unterlagen zum Bau des Regierungsgebäudes ist zwar die Korrespondenz mit der Tiroler Glasmalerei-Anstalt erhalten, es fehlen aber Angaben darüber, auf welchen Quellen die Darstellungen der Wappen beruhen. Josef Ospelt hätte auch auf die Wappendarstellungen im Land- tagssaal verweisen können, die ebenfalls einen mehr oder weniger offiziellen Charakter haben: Auch im Landtagssaal ist das Wappen der Grafen von Werdenberg-Sargans zu Vaduz als silberne Fahne im schwarzen Feld dargestellt. Diese Wappendarstellung entstand zur gleichen Zeit wie die Fensterscheiben im Treppenhaus. Leider geht aber auch aus den Akten über die Bemalung des Landtagssaales nicht hervor, auf welche Quellen sich In der Maur für diese Darstellung stützte. 1 Brief G. Wilhelm an J. Ospelt vom 12. Dez. 1941 und Antwortschreiben vom 24. Dez. 1941. Archiv des Hist. Vereins, Korrespondenz von 1941. 2 Peter Kaiser und Johann Baptist Büchel: Geschichte des Fürstentums Liechten- stein, 2. Auflage, Vaduz 1923, S. 123. 83
        

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