auch durch den am Schaft befestigten wehenden Pannisellus. Auf der linken Hand hält der Hl. Martin ein Buch, das ihn wie alle Bischöfe mit diesem Attribut als den von Amts wegen berufenen Verwalter des Predigtamtes kennzeichnet. Auch die Kleidung des Hl. Martin ist eine bischöfliche. Er trägt die gleiche pontifikale Gewan- dung wie der Hl. Cornelius. Den einzigen Unterschied bildet die Agraffe, die hier das Pluviale schliesst. Die Mitra des Bischofs fehlt heute. Wie einst beim Hl. Pirmin wurde auch sie von einem Engel getragen, hier jedoch von einem schwebenden zur Linken des Heiligen. Die Darstellung des Hl. Martin in Verbindung mit dem Bettler beruht auf einem weiteren Ereignis im Leben des Heiligen, der sogenannten «Messe des Hl. Martin». Die Legende erzählt, dass er in der Sakristei der Kirche, in welcher er den Beginn der Messe abwartete, einem halbnackten Mann die Tunika, die er für die heilige Feier angezogen hatte, schenkte. In einer Umdeutung dieser Legende trat an die Stelle der Tunika eine Münze. Die kleine Figur des Bettlers ist in ihrer Gestik und Mimik ein einziger Ausdruck des Bittens. Der flehende Aufblick zum Hl. Martin bleibt unerwidert. Die gedankendurchwühlte Stirn des Heiligen aber zeigt deutlich Sorge und Mitgefühl. (3) Hl. Jakobus d. Ä. In der linken Arkade des Altars steht auf einem Sockel die Figur des Hl. Jakobus d. Ä., jene bisher einzige Skulptur, die in ihrer Polychromie die ursprüngliche Fassung zeigt (Abb. 18, 21). Der Hl. Jakobus d. Ä. war der ältere Bruder des Evangelisten Johannes, mit dem er neben Petrus zu den erstberufenen und bevorzugten Aposteln gehörte. Nach der Himmelfahrt Jesu muss er als Verkünder des Evangeliums eine hervorragende Stellung einge- nommen haben, denn er starb noch vor Petrus den Märtyrertod. Der Leichnam des Heiligen soll von Jüngern nach Spanien gebracht und dort im äussersten Nordwesten, in Santiago de Compostela begraben worden sein.134 Nachdem im 9. Jahrhundert das Apostelgrab angeb- 134 Das Leben des Hl. Jakobus d. Ä. und die Legenden über ihn werden ausführlich erzählt in der Legenda aurea (N 125), S. 487-497. 64
        

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