Obergewand.128 Da heilige Päpste in der christlichen Kunst ebenfalls durchweg in Pontifikalkleidung wiedergegeben werden,129 steht diese Tracht mit der heutigen Darstellung des Hl. Cornelius in Einklang. Das Pluviale, ein offener, halbkreisförmiger Radmantel, wird bei der Grotenrather Heiligenfigur mit einer Zeuglasche vor der Brust geschlossen. Die beiden Vordersäume besetzen in stetem Wechsel rund und pyramidenförmig geschnitzte Schmucksteine. Auch die Handschuhrücken zieren Steine in Pyramidenform. Sinnzeichen des Hl. Pirmin als Bischof waren überdies die Mitra, die von einem Engel zu seinen Füssen getragen wurde, und der Bischofsstab in seiner Rechten. Letzteres verrät nur noch die Handstellung . Der Hirtenstab muss bereits vor der Aufstellung in Aachen abhanden gekommen sein, während der Mitraengel und die Miniaturkirche der Groten- rather Umgestaltung zum Opfer fielen. Entfernt wurde dabei auch der Nimbus, der das Haupt des Heiligen als ein Ehrenzeichen schmückte, ein Ausdruck der Herrlichkeit, welche die Heiligen im Himmel umgibt. Der Heiligenschein war in der Art des Barock als zarter Kreis mit ausstrahlendem Lichtschein gestaltet.130 In Grotenrath ruft der Hl. Cornelius mit eindringlicher Miene zur Bewährung auf. Dies traf das Wesen des Hl. Pirmin, der als Abtbischof eine eher gebieterische Persönlichkeit war. Der Hl. Cornelius hingegen wird als eine milde und versöhnliche Natur geschildert:131 Der individuelle Gesichtsausdruck barocker Skulptu- ren lässt eine Umwandlung nur bedingt gelingen. (2) Hl. Martin Die zweite Hauptfigur des Grotenrather Altars, sie ist der ersten nahe verwandt, stellt den Hl. Martin dar (Abb. 17, 21). 128 Zur Ikonographie des Hl. Pirmin: Georg Schreiber. St. Pirmin in Religionsge- schichte, Ikonographie. Volksfrömmigkeit, in: Archiv für mittelrheinische Kir- chengeschichte, 5. Jahrg. 1953, S. 57-61; Heinrich Detzel (N 107), Bd. 2, S. 587; Joseph Braun (N 107), Sp. 609 f.; Lex. christl. Ikonographie (N 107), Bd. 8, Sp. 212 f. 129 Siehe: Joseph Braun (N 107). Sp. 785. 130 Vgl.: Georg Schreiber (N 128), S. 52 f. 131 Vgl.: Karl Künstle(N 125), Bd.2,S. 169. 62
        

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