Gestorben ist Erasmus Kern zwischen den Jahren 1652 und 1660.70 Der im Jahre 1650 bestellte Grotenrather Altar gehört demnach zu den Spätwerken des Künstlers. Obwohl Erasmus Kern sich Bildhauer sowohl in Stein als auch in Holz nennen konnte,71 was damals keineswegs üblich war,72 hat er im Gegensatz zu Hans Morinck, Virgil Moll und Jörg Zürn das Steinbildhauen nicht ausgeübt. Jedenfalls hat man ihm bisher ausschliesslich Holzskulpturen zuschreiben können.73 Zu erwähnen bleibt, dass Kern verheiratet war mit Agatha Reinholt, die ebenfalls einem angesehenen Feldkircher Bürgerge- schlecht entstammte. Das vorletzte ihrer zwölf Kinder erhielt den Namen des Vaters, Erasmus Kern.74 Den Namen Kern trug auch eine württembergische Bildhauerfa- milie, die von 1600 bis 1690 in Forchtenberg am Kocher wirkte. Eine verwandtschaftliche Beziehung zwischen beiden Familien kann nicht ausgeschlossen werden. Dagegen spricht jedoch die Tatsache, dass der Vorname Erasmus im 17. Jahrhundert bei keinem der schwäbischen Glieder dieser Sippe auftaucht.75 2. DER LEBENSRAUM UND DIE ZEITUMSTÄNDE «Die Naturlandschaft Vorarlberg liegt an der Kreuzung zweier grosser Verkehrsachsen: zwischen Italien und dem oberdeutschen Alpenvorland, zwischen Arlberg und Oberrhein. In dieses Verkehrs- kreuz gespannt, erscheint Vorarlberg als ein Gebiet des Durchgangs, der Sammlung und Ausstrahlung.»76 70 Siehe: Norbert Lieb (N 4), S. 124. 71 Siehe: (N 58). 72 Vgl.: Claus Zoege von Manteuffel (N 58), S. 88 u. 140. 73 Vgl.: Norbert Lieb (N 4), S. 124. 74 Vgl.: Erwin Poeschel (N 3), S. 64; Yvonne Sperger (N 2), S. 4 f. 75 Dazu: J. Müller/Leo Bruhns, Artikel «Kern. Bildhauerfamilie», «Kern, Leon- hard» und «Kern, Michael II», in: Ulrich Thieme/Felix Becker, Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Bd. 20, Leipzig 1927. S. 176 f. u. 180 - 184: Gertrud Gradmann, Die Monumentalwerke der Bildhauerfamilie Kern, Strassburg 1917, insb. S. 6 (Stammbaum); Elisabeth Grünenwald, Leonhard Kern. Ein Bildhauer des Barock, Schwäbisch-Hall 1969; Erwin Poeschel (N 3). S. 64 f. 76 Zitat: Norbert Lieb / Franz Dieth. Die Vorarlberger Barockbaumeister, München- Zürich 1960, S. 8. 38
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.