er seine Bildhauerlehre bei Virgil Moll (um 1560/70 - 1606),60 einem namhaften Meister in Überlingen. Moll selbst hatte bei dem bedeu- tenden Konstanzer Bildhauer Hans Morinck (um 1555 - 1616)61 gelernt. Als Virgil Moll 1606 starb, führte Jörg Zürn (1583/84 - 1635/38),62 der berühmt gewordene Meister des Überlinger Hochal- tars, dessen Werkstatt weiter. Schon vor Molls Tod hatte Zürn einige 59 Auch wenn dieses Datum prima v ista unglaubwürdig erscheint - Kern zählt ja erst zehn Jahre -. kann man dennoch von seiner Richtigkeit ausgehen. Anhaltspunkt dafür ist der am 3. Juli 1608 ausgestellte Lehr- und Empfehlungsbrief, der sich heute im Archiv des Franziskanerklosters zu Graz befindet. (Der Lehrbrief ist abgedruckt bei: Claus Zoege von Manteuffel (N 58). S. 214 f. Teilweise zitiert bei: Rochus Kohlbach. Die gotischen Kirchen von Graz, Graz 1950, S. 94; Karl Feuchtmayr, Der Fall Bendl. Mit einem Anhang: Bemerkungen zur Genealogie der Bildhauerfamilie Bendl. in: Das Münster, 10. Jahrg. 1957, S. 330 Fussn. 4.) Wenn man die in diesem Brief erwähnte sechsjährige Lehre Kerns berücksichtigt, lässt sich der Beginn seiner Lernzeit unschwer auf das Jahr 1602 festlegen. Damit ist die Angabe Norbert Liebs (N 4), S. 124, «außerordentlich früh empfing er vor 1608 seine Bildhauerlehre», präzisiert. Auch Claus Zoege von Manteuffel (N 58), S. 20. geht davon aus, dass ein Bildhauer bereits mit sechzehn Jahren ausgelernt haben konnte. 60 Zur Person Virgil Molls: Wolfgang Friedrich Laur, Artikel «Virgil Moll», in: Ulrich Thieme/Felix Becker, Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Bd. 25, Leipzig 1931, S. 42; Hellmut Hell, Forschungen zur südschwäbischen Plastik der Gegenreformation, ungedr. Disser- tation. Tübingen 1948, S. 196 - 222; Claus Zoege von ManteufTel (N 58), S. 140 Fussn. 9. 61 Zur Person Hans Morincks: D. Stern. Artikel «Hans Morinck». in: Ulrich Thieme/Felix Becker, Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Bd. 25. Leipzig 1931, S. 155 f.; Fritz Hirsch, Hans Morinck, in: Repertorium für Kunstwissenschaft. Bd. 20. 1897. S. 257 - 292; Hannshubert Mahn, Hans Morinck und die Anfänge der Barockskulptur am Bodensee, in: Zeitschrift des Deutschen Vereins für Kunstwissenschaft, Bd. 6, 1939, S. 162 - 206; Helmut Ricke. Hans Morinck. Ein Wegbereiter der Barockskulptur am Bodensee. Sigmaringen 1973. 62 Zur Person Jörg Zürns: Lisa Schürenberg. Artikel «Jörg Zürn», in: Ulrich Thieme/Felix Becker, Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Bd. 36, Leipzig 1947, S. 587 f.; Emilie Charlotte Wieluner. Jörg Zürn, der Meister des Hochaltars im Überlinger Münster, Dissertation, Frankfurt/Main 1926; Hans Möhle, Jörg Zürn und seine Werkstatt in Überlingen. Ein Beitrag zur Geschichte der deutschen Plastik im Zeitalter des werdenden Barock, in: Jahrbuch der Preussischen Kunstsammlungen, Bd. 51, Berlin 1930, S. 61-93; Claus Zoege von Manteuffel (N 58). 36
        

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