DER BILDHAUER Egon Rheinbergers unmittelbare Auseinandersetzung mit der Bildhauerei fällt in die Jahre 1887 bis 1898. Es ist dies die Zeitspanne seines Studiums an der Kunstgewerbeschule und an der Akademie der bildenden Künste in München und den daran anschliessenden zwei Jahren, wo er als freischaffender Bildhauer arbeitete. Neue Aufgaben, wie die Teilnahme am Wiederaufbau der Burgen Liechtenstein und Kreuzenstein, sowie die darauffolgende Tätigkeit in der Heimat lenkten sein späteres Interesse auf gänzlich andere Ziele hin. Umso bedauerlicher ist es daher, dass nur wenige Bildhauerarbeiten von seiner Hand erhalten geblieben sind. Ein Teil seiner ursprünglich geschaffenen Werke ging, wie in der Biographie schon erwähnt, während der längeren Italienreise an einem Münchener Aufbewah- rungsort verloren. Eine Beurteilung von Rheinbergers bildhaueri- schem Werk ist daher nur in unzureichendem Masse möglich. As einer der in der Tradition erzogenen Bildhauer waren bei Rheinber- gers frühen plastischen Arbeiten Rückgriffe in den Klassizismus und die Romantik unvermeidlich. Er folgte dabei einem allgemeinen Trend bestimmter Zeitgenossen. Zum Zeitpunkt seines Bildhauerstudiums war die Skulptur in München wie auch in den anderen Grossstädten verschiedenen Tendenzen ausgesetzt. Eine neue grosse Richtung zeichnete sich damals in der Kunstszene noch nicht ab. Tradition, Symbolismus und Sozialismus waren die drei Hauptbegriffe in der Plastik gegen Ende des 19. Jhdts. Erst in den letzten Jahren dieser Zeitepoche kommt es zu einer Überwindung der historischen Formkonzepte durch den Jugendstil. Noch ganz mit der Tradition verbunden war Rheinbergers bildhauerisches Schaffen, wobei sein jugendlicher Freund und Lehrer Heinrich Wadere sicher auch einen Beitrag zur Förderung seiner Kunst geleistet haben wird. Aus Rheinbergers Münchener Briefen erfahren wird mehrmals, dass er an Reliefs und Köpfen arbeitete. Eines seiner frühest nachweisbaren Werke ist eine polychrom gefasste Gipsskulptur eines geharnischten Ritters zu Pferd. Zwei Figuren, welche einen hl. Georg darstellen, sind nur mehr photographisch überliefert. Für die beiden letztgenannten Arbeiten erhielt Rheinber- 219
        

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