gen Einflussnahme am Baugeschehen seitens des Auftraggebers entstand ein in allen architektonischen Details authentisches Werk Egon Rheinbergers. An der Stelle des jetzigen Hauses stand ursprünglich ein schlichter Bau, welcher dem eines Bauern - oder Winzerhauses glich, wie er damals im dörflichen Vaduz üblich war. Es handelte sich dabei um ein Gebäude auf annähernd quadratischem Grundriss mit Satteldach. Daneben befand sich ein Stall. Von diesem Altbau zeugt noch ein gewölbter Keller. Am 24. Juli 1906 suchte Egon Rheinberger bei Land und der Gemeinde Vaduz um die Genehmigung eines An - und Umbaues dieses Hauses an. Am alten Gebäude wurden der First erhöht und ein mit Schweif gebrochenes Dach angebracht. Südseitig wurde ein Wohntrakt mit Rundbau hinzugefügt. 1915 veränderte Rheinberger den 1906 konzipierten Südtrakt, indem er diesen erhöhte und mit dem für diesen Gebäudeteil charakteristischen Erker mit welscher Haube versah. Aus der gleichen Zeit stammt die Fassadenge- staltung am neuen Wohnflügel. 1925 wurde vom selben Architekten nordseitig eine Garage angebaut. In seiner heutigen Erscheinung setzt sich das Haus aus zwei gleichhohen, zweistöckigen Hauptgebäuden zusammen, welche im rechten Winkel miteinander verbunden sind. Ein eingeschossiger Nebenflügel schliesst sich nordseitig an. Nach Westen beherrscht eine breite, schlichte Giebelfront die Ansicht. Durch den im rechten Winkel zurücktretenden südlichen Flügel entsteht ein geräumiger Vorplatz. Von hier führt eine zweiflügelige Treppe zum Haupteingang empor. Der architektonisch wirksamste Teil ist der Südflügel der Anlage. Mit der ihm eigenen Liebe zum Detail vereint Rheinberger hier die aufgegliederte Dachform mit der welschen Haube des sechseckigen Eckerkers, verwendet er Schindeln neben Fachwerk, verziert er die Fenster mit laubsägeartig ausgeschnittenen Umrah- mungen. In Einzelheiten wie diesen liegt die Liebenswürdigkeit von Rheinbergers Landhausstil. Abb. 73 Vaduz, Haus Beckagässle Nr.10. Zustand vor dem Umbau 1906. Abb. 74 Vaduz, Haus Beckagässle Nr.10. Umbau und Anbau 1906. 210
        

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