Versucht man an Hand der spärlichen Quellen Rheinbergers Beitrag am Neubau von Kreuzenstein nachzuvollziehen, so wird man über die Art und das Ausmass seiner Arbeit wenig aussagen können. Wesentlich aufschlussreicher dagegen ist ein stilistischer Vergleich mit belegten Werken, die er auf der Burg Liechtenstein schuf und jenen im Roten Haus in Vaduz und auf Gutenberg in Balzers. Sie geben uns Anhaltspunkte für den Nachweis seiner Arbeiten auf Kreuzenstein. Dass Rheinbergers Tätigkeit dort sehr umfangreich und vielseitig gewesen sein muss, geht daraus hervor. Nicht umsonst lobte der Graf seine Leistungen wie in dem bereits zitierten Schreiben. DER ERWEITERUNGSBAU DES «ROTEN HAUSES» IN VADUZ1 Das wegen seines roten Anstriches so genannte «Rote Haus» wird bereits 1525 erstmals als ganzer Komplex mit Haus, Keller, Torkel und Stall erwähnt. Es lässt sich aber - wenn vielleicht in weniger ausgedehnter Form - urkundlich bis ins Jahr 1338 zurückverfolgen. Dem werdenbergerischen Dienstmannengeschlecht Vaistli aus Nüziders gehörend, gelangte es später in den Besitz des Klosters St. Johann im Thurtal. Nach Aufhebung des Klosters erwarb es 1807 der damalige Besitzer des Vaduzer Gasthofes «Löwen», Johann Rheinber- ger. Das «Rote Haus» ist heute noch Eigentum der Familie Rheinber- ger. As Egon Rheinberger 1902 den Umbau seines elterlichen Hauses in Angriffnahm, bestand dieses aus einem zweigeschossigen Wohnge- bäude mit beidseitigem Treppengiebel und einem im rechten Winkel zum Hause stehenden ebenerdigen Torkel. Ein Ölbild von Hans Gantner aus dem Jahre 1901 zeigt die beiden Objekte im Zustand vor dem Erweiterungsbau: Wohnhaus und Torkel sind dort getrennt 1 Poeschel, S. 175/176. J.B. Büchel, Urkunden aus d. Urbar des Klosters St. Johann im Thurtal, JBL, Bd. 18, S. 27 ff. A. Müller, Zur Besitz- u. Wirtschaftsgeschichte von St.Johann, Ausstellungskatalog, St.Gallen 1985. 168
        

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