trag exemplarischen Charakter: Die Weihedaten dürfen nicht in jedem Fall als verbindliche Angaben für die Entstehung der Altarauf- sätze gelten. Fertiggestellt wurde der ehemalige Eschener Hochaltar vor 1660, denn aus einem Visitationsprotokoll vom 21. Mai 1660 geht hervor, dass der Hochaltar samt dem Tabernakel vollendet war.24 2. ZUM VERKAUF DER BEIDEN IM WERKVERTRAG VON 1650 BESTELLTEN ALTÄRE Die in den Jahren 1448/49 errichtete gotische Kirche wurde 1893/94 abgebrochen, weil sie zu klein war und sich in einem schlechten Zustand befand (Grundriss der abgebrochenen Kirche, Abb. 4). Dabei wurden beide im Werkvertrag von 1650 bestellten Altäre für 336 Gulden verkauft.25 Wohin der Seitenaltar gelangte, ist unbekannt.26 In der Sakramentskapelle der Eschener Pfarrkirche befindet sich jedoch eine Muttergottesfigur von der Hand Erasmus Kerns, ein Überrest dieses Altars27 (Abb. 5). Der Hochaltar, dessen Weg noch beschrieben werden soll, steht heute in der Kirche von Grotenrath. Welche Beweggründe führten aber zum Verkauf der beiden Altäre? Erwin Poeschel verweist auf den Geist der Zeit. Am Ende des 19. und zu Beginn dieses Jahrhunderts habe man bei der Vergrösserung der Kirchen radikale Neubauten verständnisvollen Umbauten vorgezogen. Im Zuge der Neuerungen seien die Altäre 24 Hinweis bei: Erwin Poeschel (N 2), S. 230. 25 Vgl.: Gemeinde Eschen (Hrsg.). Jahresrechnung und Jahresbericht 1981. Eschen/ Liechtenstein 1982, S. 38; dies. (N 17), S. 5 f.; Johann Baptist Büchel (N 17), S. 78, 85 u. 87. - Büchel geht davon aus. dass beide Altäre nach Deutschland verkauft worden und in das Städtische Museum nach Aachen gekommen sind. Eine Inventareintragung im Zugangsinventar des Suermondt-Museums (seit 1977 «Suermondt-Ludwig-Museum») aus dem Jahre 1908 (No. 64) belegt jedoch, dass nur der Hochaltar erworben wurde. 26 Vgl. auch: Erwin Poeschel (N 3), S. 63. 27 Siehe: Erwin Poeschel (N 2), S. 231; Gemeinde Eschen (N 17), S. 22 u. 25. - Yvonne Sperger (N 2), S. 171 f., erwähnt noch drei sich in Eschen befindende Giebelputten, wohl ebenfalls Reste des ehemaligen Seitenaltars. 20
        

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