Liechtenstein besuchten, gehörte selbstverständlich Georg Wrba. Im Jahre 1910 unternahm er mit diesem von hier aus eine Fusswanderung durch Graubünden und von dort nach Südtirol. Wie schon früher galt dabei ihr ganzes Interesse der Besichtigung von Burgen. Ein Jahr später wiederholte er eine solche Reise zusammen mit Schiestl. Im Umgang mit Menschen suchte Rheinberger am liebsten die Begeg- nung mit dem einfachen Volk, so z.B. mit den Handwerkern, die ihn während der vieljährigen Bautätigkeit auf Gutenberg umgaben. Viele Jahre verband ihn eine Freundschaft mit dem Schreinermeister Adolf Sele (1861 - 1921) aus Vaduz, der sämtliche von ihm entworfenen Zimmereinrichtungen ausführte. In einem besonders herzlichen Verhältnis stand er zu seinem Vetter, dem Kunstgewerbeprofessor Ferdinand Nigg.18 Nach Beendigung seiner Lehrtätigkeit in Magde- burg und Köln kehrte dieser 1931 endgültig nach Vaduz zurück, wo er noch 18 Jahre lebte. Nach der Beschreibung seiner Zeitgenossen zu schliessen, war Rheinberger ein stiller, ernster Mensch mit einem Zug zum Einfachen. Dies drückte sich in seiner Kleidung wie auch in seinen täglichen Bedürfnissen aus. Er ass gerne einfache Kost, seine Lebensansprüche waren bescheiden. In der Schale seines ruhigen Naturells verbarg sich ein sehr persönlicher, schalkhafter Humor. Waren seine Münchener Studienjahre öfters erheitert von übermüti- gen Streichen, so blieb auch in den gesetzteren Jahren sein Sinn für Humor erhalten. Obwohl er den Umgang mit allzuviel Menschen vermied, da dies seinem introvertierten Wesen entsprach, war er nie ungesellig. So schätzte er die Beziehung zu seinen Kollegen des Historischen Vereines, mit denen ihn viel Gemeinsames verband. Prinzipiell floh er die laute Fröhlichkeit gesellschaftlicher Anlässe, konnte aber trotzdem auf seiner Burg ein unterhaltender Gesellschaf- ter im Kreise von Gästen sein, sofern diese ihm zusagten. Obwohl das Leben auf der Burg und die damit laufend verbunde- nen Erhaltungsmassnahmen Rheinbergers Zeit sehr in Anspruch nahmen, fand er immer noch Müsse für andere Interessensbelange. 1912 entwarf er eine Karte, in welcher sämtliche Wanderwege des 18 A. Frommelt, «Kunstgewerbeprofessor Ferdinand Nigg». JBL, Bd. 50, S. 41-82 und Ausstellungskatalog «Ferdinand Nigg 1865-1949» Balzers 1965. E. Kliemand, Ferdinand Nigg, Benteli, Bern 1985. 141
        

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