Rudolf. Die Jungvermählten lebten zuerst im «Roten Haus». Sobald es jedoch der Bauzustand von Gutenberg erlaubte, verbrachte man die warmen Monate des Jahres auf der Burg. Später wohnte Egon Rheinberger mit seiner Familie dort ganzjährig. 1921 richtete er sich eine Schlossgastwirtschaft ein, wo er seinen eigenen Wein ausschenk- te. Durch die Arbeit in den väterlichen Reben mit dem Weinbau von Jugend an vertraut, galt neben seinen vielen anderen Beschäftigungen sein besonderes Interesse der Pflege des Weines, während seine Frau dem Gastwirtschaftsbetrieb vorstand. Sie leitete auch den weitläufi- gen Haushalt in der Burg mit der ihr eigenen Umsicht. Ihre grosse Liebe galt aber dem Gemüsegarten, der den Bedarf der Familie wie auch der Gäste reichlich deckte. Als Mitglied der Naturschutzkom- mission regte Egon Rheinberger die Errichtung eines Apengartens auf Silum an. Ihm schwebte dabei eine Art botanischer Lehrpfad vor. Im Umgang mit Menschen war er eher zurückhaltend. Es konnte geschehen, dass er Gästen gegenüber, welche nach dem Hausherrn fragten, sich nicht als solchen zu erkennen gab. Einmal war er gerade im Burghof beim Holzhacken, als eintretende Besucher die Frage an ihn richteten: « Kann man den Hausherrn sprechen?» Er schaute die Fragenden prüfend an. Anscheinend gefielen ihm diese nicht, und er erwiderte: «Ich weiss nicht, wo er ist. Ich bin hier Knecht», und setzte seine Arbeit fort. Zu seinem Freundeskreis, der ihn auf Gutenberg besuchte, zählten neben vielen historisch Interessierten, die Vor- standskollegen des Historischen Vereines. Als langjähriger Gast weilte während der Sommermonate die Schriftstellerin Grete Gulbransson (1882 - 1934) auf der Burg. Rheinberger hatte sie über den Vorarlber- ger Maler Josef Huber (1858 - 1932)16 kennengelernt, zu dem er zeitlebens in freundschaftlicher Beziehung stand. Der in Feldkirch geborene Künstler wirkte viele Jahre als Professor für kirchliche Monumentalkunst in Düsseldorf. Des öfteren weilte auch der Maler Mathäus Schiestl ( 1869 - 1945)17 auf der Burg. Rheinberger kannte ihn von der Akademiezeit in München her, wo sie beide Mitglieder des Dürervereines gewesen waren. Zu den Freunden, die ihn in 15 AF Rh 16 Thieme-Becker, Bd. XXVIII, Leipzig 1925. 17 Thieme-Becker, Bd. XXXV, Leipzig 1942. 140
        

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