Bereich der kulturellen Vergangenheit. Dem Zeitgeschehen im Lande blieb er zeitlebens aufgeschlossen. So war er stets interessiert an technischen Neuerungen jeglicher Art und versuchte diese auch für seine eigenen Zwecke nutzbar zu machen. Im «Roten Haus» entwickelte er ein eigenes System für eine Zentralheizung. Seine bauliche Tätigkeit machte es auch unumgänglich, sich mit der Elektrifizierung von Gebäuden auseinanderzusetzen. Kurz nach der Jahrhundertwende war er Mitbegründer des ersten liechtensteini- schen Elektrizitätswerkes in Vaduz, dessen Vorstand er 1907 wurde. Auf Schloss Gutenberg leitete er den Strom ein und befasste sich dort eingehend, gezwungen durch das komplizierte Raumsystem, mit den Möglichkeiten der Beleuchtung, wobei ihm für Beleuchtungskörper immer wieder eigenwillige Lösungen einfielen. Durch die ihm angeborene manuelle Geschicklichkeit und seinen technischen Ein- fallsreichtum gelang es Rheinberger immer wieder, in solchen Situationen aus der Not eine Tugend zu machen. Egon Rheinberger war nie ein Mensch, der im Scheine der Öffentlichkeit zu stehen pflegte und Anerkennung suchte. Im Gegen- teil, er zog es vor, in der Welt seiner eigenen Gedanken und Neigungen zu leben und meldete sich meistens nur dann zu Wort, wenn er um seine Meinung gefragt wurde. Dem öffentlichen Leben war er keineswegs verschlossen, da ihm die Geschicke seines Landes immer ein Anliegen waren. Mehrere Jahre war er Mitglied des Gemeinderates von Vaduz und von 1914 - 19 Landtagsabgeordneter. In dieser Funktion setzte er sich für Neuerungen im Schulwesen, für das Lawena-Kraftwerkprojekt sowie für die Schaffung einer öffentli- chen Baukontrolle ein. Das Jahr 1910 brachte eine entscheidende Wende im Leben Egon Rheinbergers. Er heiratete am 23. Mai 1910 Maria Schädler, die Tochter des Arztes Dr. Rudolf Schädler aus Vaduz. Vorher unternahm er noch eine Städtereise nach Augsburg, Nürnberg und Rothenburg ob der Tauber. In einem Brief an den Vetter Prof. Ferdinand Nigg machte er zum ersten Mal von seinen Heiratsabsichten Mitteilung und fügte ferner hinzu: «... Ich sehe mit Vertrauen in die Zukunft und fühle wieder mehr Energie und Tatkraft zum Leben in mir. Die ernsten Verpflichtungen, die ich mir aufgeladen, werden hoffentlich auch mit Freuden gemischt sein. Es kam mir hart an, mein freies Leben plötzlich aufzugeben,...» (8. 12. 1909).15 Dieser Ehe entsprossen die Söhne Hans, Peter und 139
        

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