Mit dem Ankauf der Ruine Gutenberg begann für Rheinberger wohl der wichtigste Abschnitt seines Lebens. Nach der erlittenen Enttäuschung während der Bauarbeiten auf Schloss Vaduz boten sich ihm mit dem Wiederaufbau seiner eigenen Burg jetzt alle jene Möglichkeiten, die seinem vielseitigen gestalterischen Wesen entspra- chen. Sein Hauptaugenmerk in den nun folgenden Jahren galt dieser Burg. Die Bauarbeiten auf Gutenberg dauerten von 1906 - 1912. Gebaut wurde nur in der warmen Jahreszeit, während der Sommer- monate. Aber auch andere Bauaufgaben beschäftigten Rheinberger. Sie beweisen, dass seine Fähigkeit als Architekt auch im eigenen Lande Anklang fand. 1906 begann er mit dem Bau eines Hauses in Vaduz im Beckagässle für seinen Vetter Prof. Ferdinand Nigg. Dieser war Lehrer in Zeichnen, Lithographie und Textilkunde an den Kunstgewerbeschulen in Magdeburg und Köln. Zur gleichen Zeit baute Egon Rheinberger ein Haus in Masescha, und 1907 beauftragte ihn die Familie Hilty in Buchs mit dem Bau eines Wohnhauses auf dem Burghügel von Werdenberg. 1926 verkaufte Prof. Ferdinand Nigg sein Domizil im Beckagässle und bat Rheinberger um die Ausarbei- tung von Plänen für ein Haus in Vaduz, an der alten Schlossstrasse.10 Als eine besondere bauliche Attraktion in der heimischen Bergwelt darf die Kapelle St. Martin und Wendelin im Steg in der Gemeinde Triesenberg angesehen werden. Turm, Vorspiel und Chor wurden um 1906/07 von Rheinberger erbaut, bzw. umgebaut und verleihen dem wesentlich älteren Schiff seine heutige charakteristische Note. Rheinbergers letztes Werk als Burgenbauer hätte der Wiederauf- bau der Burgruine Neu-Aspermont, oberhalb von Jenins in Grau- bünden werden sollen. Ein Industrieller namens Rhomberg aus Dornbirn beabsichtigte nämlich diese Anlage für sich zu erwerben und erteilte Egon Rheinberger in der Mitte der 20er Jahre den Architekturauftrag. Dieser war bereits mit den Vermessungsarbeiten an Neu-Aspermont beschäftigt. Welche Umstände es waren, die das ganze Rhomberg'sche Vorhaben begruben, ist uns leider nicht bekannt. Rheinbergers Interessenkreis beschränkte sich aber nicht nur auf das Bauen und auf rein künstlerische Tätigkeiten. So nahm er denn 10 AF Rh 137
        

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