nach Zusammensetzung zu ganzen Öfen auf Schloss Vaduz wiederver- wendet zu werden. Sie kamen an ihrem Bestimmungsort an und gingen dort auf mysteriöse Weise verloren. Immer wieder erkundigte sich Rheinberger nach dem Verbleib der Kacheln. Ihr weiteres Schicksal konnte aber nicht geklärt werden,6 was Rheinberger sehr verstimmte. Auch bei den Bestandserhebungen leistete er wichtige Dienste. 1904 erschien von ihm im Jahrbuch des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein eine Beschreibung des damals bestehenden Burgbestandes.7 Bis zum Jahre 1906 nahm Egon Rheinberger regelmässig an den Arbeiten der Baukommission aktiven Anteil, wobei seine Meinung nicht ungehört blieb, wie dies auch aus den noch vorhandenen Sitzungsprotokollen ersichtlich ist. Überraschend schied er jedoch 1907 aus der Baukommission aus. Seine Enttäuschung über das spurlose Verschwinden der Vaduzer Ofenkacheln mag dabei eine Rolle gespielt haben; möglicherweise bewogen ihn auch fachkundliche Meinungsverschiedenheiten zwi- schen ihm, Hofrat von Wieser und Architekt Gstrein zu diesem Schritt.8 Vor allem aber waren zu diesem Zeitpunkt die grossen Entscheidungen für Vaduz schon gefallen und die Planung, Baulei- tung und direkte Mitarbeit beim Wiederaufbau der Burg Gutenberg erforderten ab 1906 die ganze Kraft Rheinbergers. In der Zwischenzeit war er nämlich Besitzer der Burgruine Gutenberg in Balzers gewor- den, die er durch das freundliche Entgegenkommen des Fürsten Johannes II. im Jahre 1905 zu einem symbolischen Preis von tausend Kronen erworben hatte.9 Der Wiederaufbau kostete ihn 240000 Goldkronen. In der Zeit, als der Kauf der Ruine Gutenberg noch in der Schwebe war, hatte sich Rheinberger mit dem Gedanken getragen, die Ruine Wartau zu kaufen und in seinem Sinne wiederherzustellen. Wieweit bereits Verhandlungen mit der Schweizer Bürgergemeinde stattfanden, ist nicht bekannt. 6 Fürstl. Domänenarchiv, «Schlossrestaurierung» und AF Rh. 7 Fürstl. Domänenarchiv. 8 Rudolf Rheinberger. «Eine bisher unveröffentlichte Darstellung der Baugeschichte der Burg Vaduz», JBL, Bd. 77, S. 49-86. 9 Kaufvertrag vom 30. Mai 1905, AF Rh. 136
        

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