gewesen sein musste, entnehmen wir folgenden Zeilen, die er an seine Schwestern richtete: «. . . Die allgemeine Bauzeit beginnt bei uns nach Josefi, ich bin froh, wenn die Burg wieder voller Leute ist. . . Jetzt sollen wir noch ein grosses Eisentor machen, dann ist mit der Schmiederei schluss für heuer. Ich bin auch froh, ich sehe immer aus wie ein Sauhund und ruiniere die Kleider und alles. Froh bin ich auch, wenn der Winter vorüber ist, er war nicht gut für mich, besonders in Kreuzenstein hatte ich kalt...» (8. März 1900)16 In einem anderen Schreiben betont er, wie nützlich ihm bei der kalten Arbeit die gestrickte Jacke seiner Schwester Olga gewesen wäre, besonders an Tagen, wo ihm beim Malen die Farben gefroren seien (Brief vom 22. 3. 1900).17 In den folgenden Monaten konzentrierte sich Rheinbergers Beschäftigung in der fürstlichen Burg auf die malerische Ausgestaltung von Räumen. Im Mai des gleichen Jahres erhielt er über den Architekten Walcher von Moltheim einen Auftrag für die Restaurierung eines Wandgemäldes im gräflich-esterhazy- schen Schloss Pottendorf in Niederösterreich. Der Auftrag hielt ihn dort drei Wochen fest. Besonders ausschlaggebend für Rheinbergers erfolgreiches Wirken auf den beiden Burgen Kreuzenstein und Liechtenstein war das gute Einvernehmen mit seinem eigentlichen Vorgesetzten Walcher von Moltheim. Dieser schien in seinen liech- tensteinischen Mitarbeiter Vertrauen gefasst zu haben, denn nur so ist es zu verstehen, dass Rheinberger sowohl auf der Burg Liechtenstein wie auch auf Kreuzenstein weitgehendst selbständig arbeiten konnte. Aber auch der Fürst und der Graf schätzten seine Dienste und waren ihm wohlwollende Bauherrn. Die Aufträge, welche Rheinberger für sie ausführte, setzten sowohl die Erfahrung eines Architekten wie Bildhauers, eines Malers wie Kunsthandwerkers voraus. Obwohl nur als Bildhauer ausgebildet, scheint es dem jungen Künstler aus Vaduz keine Mühe bereitet zu haben, diesen Anforderungen zu entsprechen. Im September 1900 verbrachte er mehrere Wochen auf anderen fürstlichen Besitzungen, um dort für die leerstehende Burg Liechten- stein Einrichtungsgegenstände auszusuchen. Sehr beeindruckt kehrte er von einem Besuch im liechtensteinischen Schloss Eisgrub in 16 AF Rh 17 AF Rh 130
        

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