sehen Gesinnung verdanken wir heute die Wiederherstellung und Neueinrichtung der Burgen Kreuzenstein und Liechtenstein. Gross aber waren auch ihre Verdienste als Kunstsammler, Förderer der Kunst und Wissenschaften sowie auf sozialem Gebiet. Egon Rheinbergers erste Zeit im fürstlichen Dienst war mit Besoldungsschwierigkeiten verbunden, da sein unmittelbarer Vorge- setzter eine Unterredung mit dem Fürsten bezüglich eines Gehaltes wochenlang hinauszögerte. «... Der Architekt meinte, er wolle den Fürsten wegen meiner Bezahlung noch warten lassen, bis er selbst darauf zu sprechen kommt» schrieb er am 28. Juli 1899 nach Hause.9 Bei dem im Brief genannten Architekten handelte es sich vermutlich um Franz Ritter von Neumann (geb. 1844 in Wien, gest. 1905 ebenda)10 welcher das fürstliche Bauamt in Wien leitete und daher auch für die Gehälter zuständig war. Mit der Burgrestaurierung jedoch hatte Neumann nichts zu tun. Seine Bautätigkeit bestand ausschliesslich auf dem Sektor von Neubauten. So schuf er sich einen Namen durch Sakral- und Profanbauten in Wien, Niederösterreich und Böhmen. In Liechtenstein baute er die Kirchen von Schaan," Ruggel und Balzers sowie das Regierungsgebäude12 in Vaduz. Wie aus wiederholten Äusserungen Rheinbergers zu entnehmen ist, stand er in keinem guten Verhältnis zu dem Architekten Neumann. Dagegen verband ihn mit Walcher von Moltheim eine stille Verehrung. Der Fürst, der fallweise die Burg besuchte, zeigte sehr bald grosses Interesse an den Arbeiten Rheinbergers und betraute ihn nebenher auch mit Aufträgen ausserhalb der Burg. Im August 1899 reiste Rheinberger auf das fürstliche Schloss Eisgrub in Mähren, um dort eine Arbeit entgegenzunehmen. In welcher Form diese bestand, weiss man nicht. Gleichzeitig war er mit der Fertigstellung der gewölbten Holzdecke im Knappensaal der Burg Liechtenstein beschäftigt. Viele seiner künstlerischen Ausführungen bezogen sich auf Einrichtungsge- genstände im gotischen Stil. Dabei war er bemüht, für dieses für ihn relativ neue Spezialgebiet sein Wissen aus Kunstzeitschriften und 9 AF Rh 10 Thieme-Becker, Bd. XXV, Leipzig 1942. 11 JBL, Bd. 27, S. 59. 12 JBL, Bd. 40, S. 14. 127
        

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