Jahr in München verblieben. Dass er sich schliesslich dann anders besann und in die Heimat zurückkehrte, mag persönlichen und vielleicht auch familiären Ursachen zuzuschreiben sein. EGON RHEINBERGER IN NIEDERÖSTERREICH VON 1899 - 1901 Nach einigen Monaten Aufenthalt in Vaduz, wendete sich Egon Rheinberger einem entscheidenden Kapitel seines Lebens zu. Ergän- zend dazu sei einleitend ein kurzer geschichtlicher Exkurs erlaubt. Im Jahre 1884 entschloss sich der regierende Fürst von Liechten- stein, Johann IL, die Familienstammburg in Maria Enzersdorf in Niederösterreich, die Burg Liechtenstein, wieder instandzusetzen. Der im Kern noch mittelalterliche Wehrbau, welcher nur mehr als baufällige Ruine bestand, sollte nach den damaligen Gesichtspunkten der Renovierung wiederaufgebaut werden. Schon der Grossvater des Fürsten, Johann L, hatte sich der Wiederinstandsetzung der Feste gewidmet, welche 1529 und 1683 zweimal Opfer des Türkensturmes auf Wien geworden war. Die Bauleitung lag zuerst in den Händen des Architekten Gangolf Kayser, dem Humbert Walcher Ritter von Moltheim als Architekt nachfolgte. Karl Gangolf Kayser (geb. 1837 in Wien, gest. 1895 ebenda)1 war eine Zeitlang Hofarchitekt Kaiser Maximilians von Mexiko. In Wien und Niederösterreich befasste er sich hauptsächlich mit der Restaurierung und Renovierung von Schlössern, Burgen und Palästen. Sein Nachfolger, Humbert Walcher von Moltheim (geb. 1865 in Wien, gest. 1926 in Schlesien)2 war zur Zeit der Bauübernahme ein sehr gefragter Architekt, der durch die Renovierung alter Burgen und Schlösser im östlichen Österreich und in Böhmen bekannt geworden war. Er war nicht nur Bauleiter auf Liechtenstein, zur gleichen Zeit hatte er auch die Aufsicht über die Bauarbeiten auf der Burg Kreuzenstein bei Kronburg in Nieder- österreich. Es handelte sich hier ebenfalls um einen durch Krieg zerstörten Bau, den dessen Besitzer Graf Hans von Wilczek in eine romanisch-gotische Idealburg umwandeln Hess. Auch hierfür lieferte die ersten Pläne Karl Gangolf Kayser. 1 Thieme-Becker, Bd. XX, Lepzig 1927 2 Thieme-Becker, Bd. XXV, Leipzig 1942 124
        

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