bis Oktober 1896 mit sehr grossem Eifer besucht, im Studium nach der Natur und Ausführung selbständiger Arbeiten sehr grossen Fortschritt gemacht und sich sehr lobenswürdig betragen» (mit der Note I ausgezeichnet: sehr gross, sehr gut, sehr lobenswürdig).17 Nach Beendigung seines Akademiestudiums beschloss Egon Rheinberger als freischaffender Bildhauer erst einmal in München zu bleiben. Eine nicht unwesentliche Rolle in dieser Zeit und auch in seinem späteren Leben spielte der fast gleichaltrige Bildhauer Georg Wrba18, den er auf der Akademie kennengelernt hatte und mit dem ihn seither eine enge Freundschaft verband. Wrba kam als Sohn böhmischer Eltern 1872 in München zur Welt und studierte hier Bildhauerei an der Kunstakademie bei Prof. Eberle, der auch Rheinbergers Lehrer war. Später leitete er hier die städtische Bildhauerfachschlule. 1906/07 war er für die Bauten Ludwig Hoff- manns und A. Messels in Berlin tätig. Anschliessend übernahm er die Leitung eines Meisterateliers an der Kunstakademie in Dresden. Sowohl in dieser Stadt, wie in Leipzig, Berlin, Kempten und München kennt man Werke von ihm. Die Wertschätzung, welche Georg Wrba zu Lebzeiten genoss, beweist seine Ernennung zum Geh. Hofrat sowie die Verleihung des Doktortitels h.c. Rheinberger und Wrba waren nicht nur allein durch die Bildhaue- rei miteinander freundschaftlich verbunden, gemeinsam widmeten sie sich häufig mit viel Begeisterung dem Gewichteheben und Gerätetur- nen. Beide waren sie von kräftiger Statur und übten sich daher gerne in den freien Stunden in diesen Disziplinen. Rheinbergers Hang zu körperlicher Ertüchtigung sollte ihm später sehr zu Nutzen kommen, nämlich bei der Schmiedearbeit mit Hammer und Eisen. Gemeinsam bezogen die beiden frisch ausgebildeten Künstler in der Blüthestrasse 21 ein Atelier. In diesem Zusammenhange seien ein paar Zeilen eines Briefes Rheinbergers an seine Familie wiedergegeben, da sie wegen ihres witzigen Inhaltes Beachtung verdienen: «...Nun wäre ich vollständig und fertig eingerichtet und schlafe seit 8 Tagen im Atelier. Wie es bei uns aussieht kann ich Euch durch Zeichnung später einmal 17 AF Rh 18 Thieme-Becker, Bd. XXXVI, S. 272-273, Leipzig 1947 19 AF Rh 117
        

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