Eltern:« ... Nun ist wieder ein schwerer Schritt geschehen, nun kommt die gefährliche Zeit! Aber hoffentlich hält er sich tapfer. Ich schenkte ihm eine Goldmünze, auf der sich ein geharnischter Ritter befindet, und bat ihn, sich diesen christlichen Ritter als Vorbild zu nehmen. Er ist natürlich sehr erfreut und ich finde, er verdient wirklich Lob und Anerkennung, dass er so fest und fleissig sein Ziel im Auge hatte und Stufe um Stufe erklomm.» (19. April 1890).13 Mit dem Eintritt in die Akademie löste Egon Rheinberger das Wohnver- hältnis bei Lehrer Otto Lohr auf, da sich der nunmehr Zwanzigjährige dort wohl durch das Gebundensein an die Familie zu eingeengt fühlte, und er übersiedelte in eine andere Pension. Auch während des nun folgenden Akademiestudiums nahm Fanny Rheinberger weiterhin lebhaften Anteil am Leben des Studenten. Wir entnehmen dies aus Briefen, die sie an ihren Schwager in Vaduz schrieb. Sie schilderte dabei den Neffen des öfteren als einen empfindsamen, verschlossenen Charakter, mit dem der Umgang nicht immer einfach sei, lobt aber seinen grossen Fleiss und sein bescheidenes Auftreten. Ihr letzter überlieferter Hinweis auf Egon stammt aus dem Jahre 1892. Es heisst dort unter anderem: «... Ein Bildhauer sagte mir, dass Egon eine ausgezeichnete Stilkenntnis für Gotik habe. Er ist überhaupt lieb und in seiner Selbständigkeit orginell.» (16. April 1892).14 Die Semesterferien verbrachte der Münchner Student zumeist im Kreis der Familie in Vaduz und genoss dort das Wandern in den Bergen. Im Juli 1891 ergriff er auf einer Heimreise die Gelegenheit zu einem Umweg über Nürnberg. Das mittelalterliche Fluidum dieser Stadt muss den jungen Bildhauer in seinen Bann gezogen haben. In dem darauffolgenden Jahr erfährt man von einer weiteren Reise, welche ihn von München aus nach Wien führte. Er gelangte zuerst nach Salzburg. Hier beeindruckte ihn die Stadt und ihre Lage. Von Linz aus fuhr er mit dem Schiff donauabwärts in die damalige Kaiserstadt. Während seines achttägigen Aufenthalts in Wien besich- tigte er vor allem die Museen. «... Auch in der Liechtenstein Galerie war ich. Es ist auch dies eine hervorragende Sammlung und macht unserem Fürsten alle Ehre . . .» schrieb er 1892 aus Vaduz seiner Tante 13 JRhA 14 JRhA 115
        

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