trinken. Der Herr Lehrer trinkt sogar zwei Mass, und essen kann der! Wir machen es ihm getreulich nach . . . »."Lehrer Lohr war ein sehr gewissenhafter und fürsorglicher Pensionsvater. Regelmässig hielt er Hauptmann Rheinberger in Vaduz auf dem laufenden über die Studienfortschritte und das Wohlergehen seines Sohnes, wobei er auch das Wesen des heranwachsenden Studenten zu beleuchten versuchte, wie in den folgenden Zeilen: «... Ich glaube, dass seine Lehrer mit ihm zufrieden sein werden. Zu Hause sah ich Egon wenig zeichnen, daher aber mehr modellieren. Ich glaube, dass er dieser Kunst die meiste Neigung zuwendet. All Sonntage kommt Herr Wadere und gibt ihm Unterweisungen. Erst heute sprach er sich über Egons Bagabung günstig aus. Egon ist ein seelenguter Junge, sehr gerne bei uns, an mich und meine Frau sehr anhänglich und äusserst lenksamer Natur... Er ist mit den anderen Zöglingen sehr lustig, wann ich nicht zugegen bin, oft sogar zu heiter. Der Grundzug seines Charakters besteht jedoch immerhin in einer ruhigen stillen Natur.» (München, 5. Dez. 1886).5 Es währte nicht lange, bis der junge Rheinberger sich an seinem neuen Ort zu Hause fühlte und langsam in sein künftiges Betätigungsfeld hineinwuchs. Der Unter- richt an der graphisch-plastischen Abteilung der gewerblichen Fort- bildungsschule schien ihm zu gefallen. Er befasste sich dort vor allem mit Ornament-und Modellierzeichnen. «Ich zeichnete eine Vase mit Löwenkopf...» vernimmt man aus einem Brief, und «...Jetzt modelliere ich einen Mannskopf» teilte er in einem anderen Schrei- ben seinen Eltern im Januar 1887 mit.6 Zwei Monate später, am 12. April 1887, schloss Rheinberger seinen halbjährigen Kurs an der gewerblichen Fortbildungsschule mit den Noten «gut» für Freihand- zeichnen und «sehr gut» für Linearzeichnen ab.7 Zwei seiner Prüfungsarbeiten wurden in der Schrannenhalle ausgestellt. Mit einem Empfehlungsschreiben seines Onkels, des Hofkapellmeisters, bewarb er sich jetzt um die Aufnahme in die Kunstgewerbeschule. Seine Prüfungsarbeiten bestanden in der Modellierung eines liegen- 4 AF Rh 5 AF Rh 6 AF Rh 7 AF Rh (Zeugnis) 111
        

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