dort bei einer Familie. Obwohl die Gymnasiumszeit eine sehr frühe Trennung von der Familie bedeutete, dachte Egon Rheinberger in späteren Jahren gerne an seine Pflege-Eltern zurück. So erzählte er seinen Söhnen Hans, Peter und Rüdolf wie sein Vater jährlich dem Unterkunftsgeber in Feldkirch ein Fässchen Wein aus dem eigenen Gute übermitteln lassen habe. Und dieser habe jeweils grosse Sorge getragen, dass er mit dem kostbaren Inhalt lange ausgekommen sei. Wenn nicht gerade Ferien waren, besuchte der Gymnasiast nur selten seine Eltern daheim. Es konnte vorkommen, dass er sich - zwar selten - über das Wochenende zu Fuss nach Hause aufmachte. Dass der junge Gymnasiast in der Schule in Feldkirch gute Fortschritte machte, ist durch mehrere Briefe seiner Tante Fanny belegt.2 Tante Fanny war die Frau des Bruders des fürstlichen Hauptmannes Peter Rheinberger, des in München lebenden Komponisten und königlichen Hofkapell- meisters Josef Gabriel Rheinberger. Im Briefwechsel mit Egons Eltern äusserte sie sich mehrmals lobend über die Nachricht aus Vaduz, dass der Neffe gute Lernerfolge am Gymnasium zeigte. Als Anerkennung für seine guten Leistungen belohnten Tante und Onkel den Schüler Egon einmal mit einer goldenen Zylinderuhr. Laufend erkundigte sich die Tante in Briefen an die Eltern nach dem Befinden des Sohnes.3 Es wurde auch über dessen weitere Zukunft gesprochen. Seine künstlerische Ader, die schon damals deutlich an ihm erkenn- bar war, veranlasste schliesslich seinen Vater nach längerem Überle- gen, Egon eine Kunstausbildung in München angedeihen zu lassen. So übersiedelte der junge Rheinberger nach einem fünfjährigen Besuch des Feldkircher Gymnasiums im Oktober 1886 nach Mün- chen. DIE MÜNCHNER JAHRE (1886 - 1898) Eine wesentliche Rolle im Leben des frischgebackenen Kunst- schülers spielte in den Anfangsjahren seiner Münchner Ausbildung Tante Fanny. Als Gattin des in München sehr geachteten Musikers, aber auch als Dichterin Fanny von Hoffnaass genoss sie Ansehen in 2 J Rh A 3 J Rh A 108
        

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