die 29 Inhaber haben, wenn diese sterben, so werden bey zahlreichen Familien so viel Theilnehmer anwachsen, als Blätter an Bäumen sind. Das nemliche ist bei Grund und Boden. Kann sich wohl eine Familie bei so geringem Besitzstand erhalten? Wie soll sie bey ausserordentli- chen Kriegsschäden, Missjahren sich fortbringen? Wie die Abgaben leisten? Ich bin ganz für das vorgeschriebene System der Gründe- Vereinigung, die aber unter der itzigen Amtsverwaltung niemalen zu Stand kommen wird, weil das Oberamt gar keine Einsicht in das nihmt, was in Dörfern geschieht, die Bauern üben das adeliche Richteramt aus, vertheilen die Gründe, wie sie wollen. Um den Zweck der Grundvereinigungs-Verordnung zu erreichen, so muss der Staat in ersten Grundfesten organisiert, eine ganz andere Verfassung begründet und hiernach die Gesetze vorgeschrieben, die landesherrlichen Rechte gezeiget und exequiret, auf alle Fälle die gehörigen Instructionen, besonders die Erbrechts-Ordnung, die Juris- dictions- und Abhandlungs-Norma fürgeschrieben, hierwegen dann die Taxen bemessen [und] zu Händen des landesfürstlichen Aerarii122 treülich verrechnet, dann Grundbücher errichtet, deutlich geführet, auf die Grundvereinigung besonders vigiliret123 werden, zu wessen Bewerkstelligung es immer nothwendig werden wird, statt des bisherigen Amtschreibers einen geschikten Gerichts-Actuar oder Notar anzustellen, der mit den Vorkäntnissen der neüen Manipulation versehen ist. Auf die Bittschrift der Landamänner wegen Modifizierung]124 des Flächenmasses bey der Gründen-Vereinigung,125 würde ich die Gewährung nicht anrathen, da ich bei der Organisirung des Amts auf einen guten Fortgang des Gesetzes zähle. Und wenn Seine Durch- laucht dennoch geneigt wären, der Bitte zu willfahren, so könnte, um einmal einen Anfang zu bewirken, die Klafter-Anzahl auf 200 beschränkt werden,126 nach der Hand lässt sich die Erweiterung leichter bezwecken als im Anfang die alten Missbräuche ganz abzustellen. 19 N?9 Die Urbarmachung so vieler Ödungen127 ist eine der nützlichsten Anstalten im Land, wozu das müssige Landvolk ohnehin schwer zu bewegen ist - und nur bei dem Drang der vorausgegangenen 100
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.