Lange Jahrhunderte hindurch lieferten also die Alpen in den Gemeinden Nenzing und Frastanz das Vogelmolken an eine ausländi- sche Herrschaft ab. Dass dieser Umstand seine besonderen Probleme mit sich brachte, liegt wohl in der Natur der Sache. Elmar Schallert aus Nenzing ging diesen Schwierigkeiten in seiner Hausarbeit für die Lehramtsprüfung über «Jagd und Vogelmolken in Nenzing am Ende des Mittelalters und zu Beginn der Neuzeit» nach. Diese recht gründliche Arbeit liegt in einem maschinengeschriebenen Exemplar in der Landesbibliothek in Vaduz. Den Leuten von Nenzing und Frastanz war im Jahre 1525 noch bestens bekannt, aus welchen Gründen diese jährliche Abgabe an den Landesherren vor Jahrhunderten entstanden war. Schon unter dem Abschnitt III habe ich von der Beschwerde der Walgauer wegen der mangelnden Jagd auf ihren Alpen berichtet. Die Alpen von Nenzing und Frastanz wollten, solange als die reissenden wilden Tiere nicht vertrieben wären, kein Vogelmolken mehr abliefern. Die Beantwor- tung dieser Beschwerde ist nicht bekannt. Wir wissen nur, dass das Vogelmolken durch weitere 325 Jahre nach Vaduz gebracht wurde. Die Abgabepflichtigen versuchten allerdings auf jede nur mögliche Weise das Vogelmolken zu schmälern. Franz Wilhelm von Hohenems, Graf zu Vaduz, sandte zur Klärung des Vogelmolkens von der Alpe Schmalzberg den Forstknecht namens Fridle Ruosch zu den Ge- schworenen der Gemeinde Nenzing. Die Antwort vom 12. Dezember 1651 lautete: Sie (die Nenzinger) wollten auch künftighin beibehalten «wass von alterherro . . . und alwegen gebreuchig gewesen» sei und folglich «auss bemelten Alpen Schmalzberg. . . dass gepürende Vogelrecht raichen und erfolgen lassen» sobald «selbige widerumben mit Melchen Küen besetzt würdet».7 Schmalzberg aber blieb Galtal- pe; auch die Alpen Furkla, Strubälple und Alpila stellten die Lieferung des Vogelmolkens ein, da dort kein Senntum mehr war. Gegen diese Art des Vogelmolkenschwundes konnte das Rentamt in Vaduz nicht viel einwenden. Eine generell schlechte Gesinnung dieser alten Abgabe gegenüber ist in Nenzing und Frastanz seit dem beginnenden 16. Jahrhundert festzustellen. Weil aber die Untertanen diese Abgabe nicht einfach 7 Vogteiamtsarchiv Bludenz. 62
        

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