und seine Vorfahren im Brauch hatten ihr Vieh auf die Alpe Valüna zu treiben, so soll der Freiherr fürderhin das Recht haben, soviel Haupt auf Valüna zu treiben als der Meisttreibende der übrigen Alpgenossen treibt. Der Hauptgrund für den Gerichtsentschied war also die Tatsache, dass der Landesherr in Triesen einen Hof besass - es war dies der Meierhof-, er also Nachpur war und nicht das im Kaufvertrag von 1378 vorbehaltene «Alprecht». c) Dr. Albert Schädler, der langjährige Präsident des hist. Vereins, brachte im 1919er Jahrbuch einen Beitrag über «Die geschichtliche Entwicklung Liechtensteins». Auf Seite 41 ist über das Vogelrecht unter anderem das Folgende zu lesen: «Diese Giebigkeit dürfte wohl aus ganz alten Zeiten herrühren, als solche Alpen - ursprünglich Eigentum der regierenden Grafen - zuerst als Lehen, später als Eigentum den Gemeinden überlassen wurden, wofür letztere nebst den übrigen Leistungen jährlich den Ertrag der Molken von einem Alptage - daher auch der Name «Vogelmolken» statt Vogelrecht - zu geben hatten. Dabei dürfte die Herrschaft auch die Verbindlichkeit, die Alpen vor wilden Tieren zu schützen, übernommen haben.» Dr. Albert Schädler übernimmt hier, das im Gegensatz zu seinen Ausführungen im Jahrbuch von 1901, auch die Pflicht der Landes- herrn, als Gegenleistung die Viehherden vor Bären, Wölfen und Luchsen zu schützen. d) Im 1924er Jahrbuch berichtet Joh. Bapt. Büchel über «Die Mälsener und Frastanzer im Streit wegen der Alp Guschgfiel» (1693 - 1704). Auch in diesem Prozess kam das Vogelrecht ausführlich zur Sprache. Das Vogelrecht bestehe im Recht, das Molken von einem Tag zu beziehen und zwar als Lohn für den Schutz gegen wilde Tiere. Die Frastanzer bekannten sich schuldig das Vogelrecht nach Vaduz zu leisten, wie sie das immer getan hätten. e) Peter Geiger veröffentlichte im hist. Jahrbuch 1970 seine Dissertation über die «Geschichte des Fürstentums Liechtenstein von 1848 - 1866». Auf Seite 404 schreibt er wörtlich: «Das Vogelrecht, auch Alprecht, Vogelmolken und Alpmolken genannt, wurde jährlich von jenen Alpen, auf denen gesennt wurde, in Form des Ertrages an Butter und Käse von einem Alptag an die Herrschaft entrichtet. Ehemals Lehen der regierenden Grafen, gingen die Alpen später in den 51
        

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