— 554 — bekannt, dass der wackere Ritter Herr Heinrich von Ebersperg6 den Hof zu Lutzenweüer1 («Livtzenwilan>J, den er von ihnen zu Lehen hatte («quam anobis infeodo 
tenuit»J dem Spital zu Lindau verkaufte und dafür seinen eigenen Hof in Rüti bei Ebersperg6 ihnen freiwillig als Entschädigung abtrat und von ihnen als Lehen empfing («anobis infeodo 
recepit»/ Da sie in Verehrung und Unterwürfigkeit dem hl. Geist stets gehorchen wollen, verzichten sie auf Bitten des vorgenannten Ritters von Ebersperg6 auf ihr Eigentum am Hof zu Lutzenweüer1 zugunsten des Spitals von Lindau* in den Formen des römischen Rechtes. Original im Spitalarchiv Lindau L 8 6 b. - Italienisches Pergament 12,3 cm lang x 23,3, Plica 1,7 cm. - Initiale über fünf Zeilen. - Es hängen an Pergamentsireifen drei Siegel, die letzten zwei Streifen sind leer: 1. (Rudolf von Montfort-Feldkirch) rund, 6,1 cm, graugelb, stark beschädigt, Rand re. oben und Stück des Siegelfeldes weggebrochen, übriger Rand beschädigt, erhabener, nach re. sprengender Reiler mit Topfhelm und Ansatz des Schirmbretis, in der Linken Spitzovalschild mit abgewetzter Montforterfah- ne den Reiter deckend, in der Rechten langstreifige Moniforlerfahne hinter dem Reiler, Ross mit Decke, darauf Moniforlerfahne, darunter Hund nach re. Umschrift: + RVDOL .... M1T1S MON S 
- 2. (Hugo von Monifort- Teltnang) stark be- schädigt, re. Hälfte fehlt, Streifen in der Mine offengelegt, rund, etwa 6 cm, graugelb, Ritter in Topfhelm mit Schirmbrett, mit erhobenem Schwert in der Rechten, nach re., Oberkörper hinter Spitzovalschild, Hinterteil des Rosses mit Decke, darauf Montforter- fahne, Hund nach re. (teilweise erhalten). Umschrift: + SIGILLVM 
- 3. (Hugo von Werdenberg) stark beschädigt, Rand fehlt grossleils, rund, ca. 6 cm, graugelb, abgewetzt, Spitzovalschild mit Montforterfahne, Umschrift: + S . CO .... NBERCh 
- Rückseite: «C Ano 
1501» (gleichzeitig), «De curia In lutzenwiler et rüty circa Ebersperg quod emerunt procuratores domus pauperum a heinrico de Ebersperg milite cum libera resignacione rüdolfi hugonis et vdalrici comitum de monteforti Hugonis comite de werdenberg rüdolfi comitis de sane ganis a quibus prefatus miles in feudum tenuit predictas curias anno 
1282» (14. Jahrh.); «Lutzenweüer: Anno 
1285» (17. Jahrh.); «L 8 
6» (Blei, modern). Regest: im Stadtarchiv Lindau Lit.n. 25 Neukommsche Chronik S. 67. Regest: Würdinger, Urkundenauszüge zur Geschichte der Stadt Lindau, Schriften d. Vereins f. Gesch. d. Bodensees 1872, S. 6. Bedeutung: Die Urkunde bezeugt die erstaunlich lange lehenrechtliche Fort- dauer des montfortischen Gesamthauses trotz bereits vollzogener Aufspaltung in drei montfortische (Feldkirch, Bregenz, Teltnang) und zwei werdenbergische Zweige bei zeitenweise bis zum Krieg angestiegener Spannung. Der gemeinsame Besitz wird auch diesmal aufrecht erhalten.
        

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