Bildrand zu entnehmen ist, die da lautet: Franciscus Carolus Comes. Inaita Emp(s) Gallarato Vaduz etc. Aetis 4 Ann. 1654. Unter der Inschrift befindet sich ebenfalls eine Kartusche mit dem Wappen der Grafen von Hohenems. Franz Karl Anton wurde 1650 als Sohn des Grafen Karl Friedrich und der Cornelia Lucia, Tochter des Peter Duca di Altemps, geboren. Zeitlebens befand sich Graf Franz Karl Anton, verheiratet mit Francisca Schmidlin von Lebenfeld, in argen Geldnöten und war beständig auf der Flucht vor ungeduldigen Gläubigern. Mehrere Jahre brachte er auf seinem Schloss in Heerbrugg im schweizerischen Rheintal zu. Am 16. März 1713 starb er kinderlos als letzter Spross der älteren oder der Hauptlinie der Grafen von Hohenems.5 Das Bildnis zeigt den kleinen Grafen noch in der typischen Kinderporträttradition des 15./16. Jahrhunderts, in der Kinder meist als «kleine Erwachsene», zwar klein von Gestalt aber mit Gehabe, Haltung, Gestik und Mimik des Erwachsenen wiedergegeben werden. So erscheint auch hier der vierjährige Knabe in höfischer Tracht und höfisch affektierter Haltung, mit Schärpe, Degen und Hut mit Federbusch ausgestattet, mit einer Mischung von Gnomenhaftigkeit und Altklugheit in seinem Antlitz. Als Bildnisse aus dem Hohenemser Grafengeschlecht,6 das wäh- rend rund hundert Jahren die Geschichte des Landes, der damaligen Herrschaft Schellenberg und der Grafschaft Vaduz bestimmte, stellen sie eine wertvolle Bereicherung der Sammlungen des Liechtensteini- schen Landesmuseums dar. Norbert W. Hasler 1 Vgl. Handschreiben im Fürstlichen Hausarchiv, Schloss Vaduz. 2 L. Welti, Geschichte der Reichsgrafschaft Hohenems und des Reichshofes Lustenau. In: Forschungen zur Geschichte Vorarlbergs und Liechtensteins, Band 4, Innsbruck 1930, 3 L. Welti, Graf Kaspar von Hohenems, Innsbruck 1963, S. 434. W. Schaffer, Die Gemälde-Sammlung im Schlosse Fischberg des a.h.k.k. Privatgutes Bistrau in Böhmen, Wien 1881. 4 J. Bergmann, Die Reichsgrafen von und zu Hohenems in Vorarlberg. Dargestellt und beleuchtet in den Ereignissen ihrer Zeit, vom Jahre 1560 bis zu ihrem Erlöschen 1759. Mit Rücksicht auf die weiblichen Nachkommen beider Linien von 1759- 1860. Wien, 1861, 
S. Iii. 5 J. Bergmann, a.a.O., S. 60,111. 6 Die Gemälde gehörten ursprünglich zum Bestand der Hohenemser Gemäldesammlung und gelangten durch Kauf oder Schenkung in die Fürstlich Liechtensteinische Sammlung. Vgl. W. Schaffer, a.a.O. J. Gasser, Die Hohenemser Gemäldesammlung zu Bistrau in Böhmen. In: Montfort - Zeitschrift für Geschichte, Heimat- und Volkskunde Vorarlbergs, 2. Jhg., Heft 1/6,1947, S. 89 - 100. 218
        

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