von Bregenz. In der Mitte des 12. Jahrhunderts kam es zu einem Erbstreit mit der Tochter Rudolfs, des Grafen von Bregenz. Die Grafschaft Bregenz kam an Rudolf von Pfullendorf, die Grafschaft Churrätien an Hugo von Tübingen, einen Schwiegersohn Rudolfs von Bregenz. Gegen 1200 ist Hugo I. nachweisbar, der sich «Graf von Bregenz» und - nach seinem Stammsitz - «von Muntfort» nannte. Unterrätien stand damit links- und rechtsrheinisch unter der Herr- schaft der Grafen von Montfort, die gezielt ihren «Staat» ausbauten und in diesem Sinn um 1190 die Städte Feldkirch und Bregenz gründeten. Noch in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts regierten Rudolf von Montfort (-Werdenberg) und Hugo von Montfort ihre Gebiete gemeinsam. Zur Teilung des Territoriums kam es im Jahre 1258, wobei sich die beiden Linien Montfort und Werdenberg bildeten. Nun standen die südlichen Teile unter der Herrschaft des nach der links des Rheins gelegenen Burg genannten Geschlechtes der Werdenberger. Manche sehen in dieser Entwicklung das Ende des Traumes von einem - vielleicht - zukunftsträchtigen «Rheinstaat» südlich des Bodensees. Es ist müssig, über dessen mögliche Entwick- lung zu spekulieren. Festzuhalten ist jedoch, dass die Werdenbergerais Gegengewicht gegen die Städte der Montforter, Bregenz und Feld- kirch, etwa um 1264 - 68 ihrerseits Städte zu gründen begannen, und zwar Bludenz und Sargans. Während die montfortischen Städte die wichtige Nord-Süd-Verbindung, die seit der Römerzeit durch die rechtsrheinische Gegend führte, betonten, stehen die werdenbergi- schen Städtegründungen Bludenz und Sargans für die West-Ost-Ver- bindung der Linie Zürich-Walensee-Arlberg. Walenstadt seinerseits war eine Städtegründung der Kyburger, deren Rechte in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts von den Habsburgern übernommen wurden. Wichtige Adelsherrschaften übten natürlich auch die Ge- schlechter Bündens aus, etwa die Wildenberger, die Saxer, die Vazer. Die Montforter teilten sich auch später weiterhin in verschiedene Linien. Dieser Partikularismus hat ohne Zweifel langfristig den Habsburgern in Vorarlberg den Zugriff zur Herrschaft erleichtert, wenn auch noch in den folgenden Jahrhunderten bis zum Ende des Ancien Regime weitere Herrschaftsträger in der Gegend bestehen blieben. Im südlichen Teil des ehemals montfortischen Gebietes setzten sich die Herren von Schellenberg und eben die Grafen von Werdenberg fest. Auch die Werdenberger teilten sich in verschiedene 203
        

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