allerdings mit nur sehr schwach erhaltenem Prägerelief (Abb. 10). Ein erster Augenschein und ein Gewichtsvergleich verwies uns in die Richtung der donauländischen Keltenprägungen. Am Institut für Numismatik der Universität Wien hat Herr Prof. Dr. R. Göbl das Stück in verdankenswerter Weise genauer untersucht und als ostkelti- sches Tetradrachmon vom Typ Sattelkopfpferd (Pink 1939, Nr. 300 - 307; Göbl 1973, Nr. 300) identifiziert. Die Vorderseite, die bei unserem Exemplar kein Bild mehr erkennen lässt, müsste demnach einen bereits in abstrakte Bildelemente zerlegten, nach rechts blickenden Kopf zeigen. Auf der Rückseite ist ein nach links Balzers «Runder Büchel». Keltische Münze aus der Grabeinfüllung des frühmittelalter- lichen Grabes 26 und Umzeichnung des erkennbaren Bildes der Rückseite. M 1 : 1. gerichtetes Pferd mit Reiter dargestellt. Als Vorlage hat die Tetradrach- me des Lysimachos (f 280 v. Chr.) gedient. Der Typ ist ostkeltisch, d.h. vor allem in Ungarn verbreitet, mit einem meistens schlechten Silbergehalt, und entspricht unserer Münze im Gewicht (R. Göbl, in litteris). Diese Münze hat gereinigt noch ein Gewicht von 7,825 g. Sie zeigt als Charakteristikum noch Stellen, die auf einen Feuereinfluss schliessen lassen, was für den Runden Büchel nicht verwunderlich ist, sind doch die beiden oben beschriebenen Gebäude durch eine Feuersbrunst zerstört worden. Wichtig für uns ist, dass wir die erste keltische Fundmünze auf dem Gebiet des Fürstentums Liechtenstein unter genauer Beobachtung der Fundumstände bergen konnten. Das Münzgeld wurde also nicht erst von den Römern hier eingeführt, sondern schon wesentlich früher. Dass unsere Münze einen weiten Weg hinter sich gebracht hat, ist nicht verwunderlich; denn man weiss, dass gerade hier im Rheintal die verschiedensten Kultureinflüsse 
Abb. 10 22
        

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