i.R., welcher durch 37 Jahre in Liechtensteinischen Schuldiensten stand. Die Lehrer übersandten ein Beileidstelegramm. Die Ehefrau Anna Hedwig verschied, zuletzt in senilem, bettlägri- gen Zustand, versorgt von ihrer Tochter Marianne Kirsner, am 25. Oktober 1926, siebenundachtzigjährig.77 8. ZUSAMMENFASSENDE WÜRDIGUNG Ein gründlicher Bearbeiter und Kenner der liechtensteinischen Schulverhältnisse im vergangenen Jahrhundert stellt fest: «Nahezu alle Aspekte des Bildungswesens wurden durch Hingers Arbeit berührt. Er übernahm die Aufstellung des vorläufigen Lehrpla- nes von 1857 und die endgültige Ausarbeitung von 1858. Er zählte zu den Komiteemitgliedern, welche die Pläne im Jahre 1874 und im Jahre 1890 erstellten. Was die Schulbücher betrifft, war er verantwortlich für die Einführung besserer Bücher, auch im Ausschuss, der Rechen- und Grammatikbücher für die liechtensteinischen Schulen aussuchte. Er war dazu ernannt, zusammen mit dem Schulkommissär die Schulen zu inspizieren und diente zweiundzwanzig Jahre lang der Landes- schulbehörde. Mit der Lehrerausbildung war er auf verschiedene Weise verbunden, als Musiklehrer wie als Begleiter von Bewerbern um Aufnahme in die Lehrerseminare Gmünd und Saulgau. Er stellte die Prüfungsaufgaben für die Lehrerprüfungen auf und bereitete die offiziellen Lehrerkonferenzen vor. Seine speziellen Interessen galten dem Obstbau. Er hielt Kurse ab für seine Kollegen wie für die Öffentlichkeit. Im Jahre 1871 übernahm er, nachdem er dort schon seit ihrem Bestehen Musik unterrichtete, vorübergehend für ein Jahr die Landesschule. In seinem Leben und Wirken spiegelt sich ein Stück Geschichte der Volksschule im 19. Jahrhundert als ein ständiges Ringen der Pädago- gen um einen Wandel zum Besseren, teilweise mit gleichgerichteten, oft auch mit gegensinnigen Kräften der Beharrung. 77 Wie Anmerkung 10 S. 12 ff 195
        

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