Hatte eine Hirnhautentzündung schon Hingers Dienstantritt in Vaduz 1857 verzögert, so war seine Gesundheit trotz des erreichten hohen Lebensalters von fast 90 Jahren während seiner Dienstzeit wiederholt angegriffen. Am 6. Januar 1858 erkrankte er an Gesichtsro- se, im Januar 1861 erstmals an Typhus mit dreiwöchigem Schulausfall und im August des gleichen Jahres nötigte ihn ein rheumatisches Hüftgelenksleiden zu einer Kur in Pfäffers. Durch Sturz aus dem Chaischen bei der Heimfahrt von der Schulprüfung in Ruggell erlitt er am 11. April 1870 Verletzungen und Quetschungen, die eine Badekur in Baden Kanton Aargau erforderlich machten. Während der auch für den erkrankten Schulkommissar Erni vom 20. Januar bis 29. März 1881 an siebzehn Tagen durchgeführten Schulvisitationen erkältete er sich öfters, wonach sich Magenunordnung und Brustleiden einstellten. Blutarmut, Brechreiz und Abmagerung machten eine Kur im Bregenzer Wald vom 30. Juni bis 22. Juli 1881 notwendig. Von Juli bis September 1888 erkrankte er wiederum zweimal an Typhus. Nach einer Erkrankung vom 9. bis 22. Februar 1891 konnte er den Unterricht zunächst nur mit Einschränkungen aufnehmen. Wie schon erwähnt, führte ein schwerer Katarrh 1895 zum Eintritt in den Ruhestand des Zweiundsiebzigjährigen. Die Feldkircher Zeit (1895 -1909), in einem neuerbauten Miet- häuschen in schöner Hochlage verbracht, war geruhesam. Wie schon in Vaduz blieb er nebenher Vertreter der Stuttgarter Lebensversiche- rungsgesellschaft A.G. und hatte damit genügend Arbeit, die ihn nach seinem Motto «Tätigkeit ist Leben, Müssiggang ist Tod» sehr befriedigte. In dieser Zeit erschien auch im Jahrbuch des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein, Jahrgang 1903, Hingers Biographie des Professors, Hofkapellmeisters und Inspektors der Königlichen Akademie für Tonkunst in München Dr. Josef Rheinber- ger. Aus den 23 Seiten sprechen hohe Wertschätzung und freund- schaftliche Verbundenheit des Autors mit dem aus Vaduz stammenden Komponisten und Musikpädagogen, der stets enge Verbindung mit seiner Heimat und dem musikbegeisterten dortigen langjährigen Organisten pflegte. In den letzten Jahren in Feldkirch alterte Hinger allmählich, seine Schrift wurde undeutlich, doch seine Gedanken in den Briefen blieben logisch und klar. Rheumatismus in den Kniegelenken war schmerz- lich und erschwerte das Gehen. In den strengen Wintern sass er immer 192
        

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