Fischer insgesamt bis 1868 erteilte. Die Schülerzahl sank von 11 bei Fischers Dienstantritt auf 4 bei seinem Abgang 1868, als er wieder nach Bayern zurückging, wo er später Kreisschulinspektor in Würz- burg wurde. Nach zweijährigem Ruhen der Schule begann Gerhard Schähle, ein Elementarlehrer aus Bayern, 1870 wiedermit 11 Schülern; er erteilte den Gesangsunterricht selbst. Wegen der ihm vorbehaltenen definitiven Anstellung kehrte er nach eineinhalbjähriger Tätigkeit wieder nach München zurück, wo ihm offenbar bessere Möglichkeiten geboten waren. Um den Zugang zur Schule anziehender zu machen, wurden durch Reduzierung des Lehrplanes die Bedingungen erleichtert; eine Veröf- fentlichung der Landesschulbehörde vom 6. März 1870 bestimmte, dass die französische Sprache nicht mehr obligatorisch vorgeschrieben war und dass auch elementarschulpflichtige Knaben mit besonderer Befähigung nach einer bestandenen Aufnahmeprüfung eintreten konnten. Da kein Lehrer zur Verfügung stand, drängte Landesverwe- ser v. Hausen Anton Hinger, die Schulleitung zu übernehmen. Der Ortsschulrat von Vaduz erhob Einwendungen, weil er seinen bewähr- ten Oberlehrer für die Elementarschule des Dorfes behalten und nicht an eine Landesanstalt abtreten wollte. Hinger fügte sich aber dem Willen der Obrigkeit und übernahm am 6. Dezember 1871 die Schule mit 15 Schülern interimistisch. Die von ihm bisher geführte Knaben- schule wurde mit der Mädchenschule von den Lehrschwestern betreut. Die zwischenzeitliche Tätigkeit an der Landesschule dauerte ein Jahr bis Ende August 1872. Zum 1. September 1872 wurde die Stelle dem Elementarlehrer Fidel Ospelt in Triesen übertragen, der eine kurzfristige Vorbereitung am Pädagogium in Zürich absolviert hatte. Offenbar wurde dieser aber jahrelang nicht definitiv angestellt, denn 1878 wurde die Stelle erneut Hinger angetragen. Zu einer Übernahme seinerseits kam es aber nicht, da die von ihm gestellten Bedingungen nicht angenommen wurden. Nach weiteren erfolglosen Ausschreibungen verblieb der bisherige Inhaber auf der Stelle; die Schülerzahl sank im Jahre 1880 auf vier ab. Aus verschiedenen Bemerkungen in Niederschriften ist zu schlies- sen, dass die öfters notwendige Zusammenarbeit der beiden Schullei- ter in allgemeinen schulischen Fragen nicht von besonders verbindli- cher Kollegialität getragen war. 185
        

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