Gmünd. Seine Muskikschüler verstärkten oft bei öffentlichen Anläs- sen den Kirchenchor und den Männergesangverein, so z.B. bei der Totenfeier für den am 29. November 1860 verstorbenen Dorf- und Schulwohltäter Dr. Grass. Im Herbst 1863 gründete Hinger die erste Blechmusikgesellschaft in Vaduz mit 9 Mann, die er neunzehn Jahre lang leitete. Nach dem Wechsel in der Führung dieser Kapelle spricht sein Unwillen aus der Bemerkung, dass eine arglistige Hand die Leitung an sich riss und, mit fremdem Kalbe pflügend, mit der vorangegangenen Arbeit eines anderen prahlen konnte.64 Bei Auftritten der drei von ihm geleiteten musikalischen Vereinigungen, des Kirchenchors, der Blechmusik und auch des Männergesangvereins, bei öffentlichen Anlässen trat er öfters als Sprecher dieser Vereinigungen auf, so z.B. bei der Fahnenweihe des Männergesangvereins am 4. April 1872. Durch die Einführung freiwilliger Lehrer-Gesangskonferenzen konnte er auch Kollegen dafür gewinnen, in ihren Orten Gesangverei- ne zu gründen und zu leiten. Seinem Entschluss war ein Beschluss des Landesschulrates zu verdanken, der in einem Currende vom 1. Oktober 1881 die Erwartung aussprach, «dass zur Erhaltung der freundnachbarlichen Verhältnisse und zur Vermeidung von Parteien- bildung in den Gemeinden kein Lehrer in einer auswärtigen Gemein- de einen Gesangverein gründen und leiten sollte, wenn dort ein solcher bereits besteht».65 In schwierigen und schleppenden Verhandlungen ging es jahrelang um eine zeitgemässe Verbesserung der Organistengehälter. Im Früh- jahr 1886 war Hinger in das Comitee zur Regelung dieser Frage gewählt worden; im Verhältnis zur aufzuwendenden Zeit und Mühe wird eine Vergütung von 180 bis 200 fl für angemessen gehalten. Zu ei- ner Regelung kam es aber erst fünf Jahre später durch die Verordnung vom 12. März 1891. Sie rief im ganzen Lande gegensätzliche Agitation hervor. Hinger lehnte einen ihm von der Ortsvorstandschaft vorge- schlagenen Vertrag, der sich gegen die Verordnung wandte, ab. Er trat 64 Wie Anmerkung 16 S. 29 65 Wie Anmerkung 16 S. 45 183
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.