Der ständige Kampf des Vaduzer Oberlehrers für die deutsche Sprache und gegen unnötige Fremdwörter führte zu dem ihm erteilten Auftrag, für den zu erwartenden Neudruck der Landeskunde Mängel in dieser Hinsicht zu beheben und deutsche Ausdrücke für fremdlän- dische einzusetzen. Der verbesserte Nachdruck erschien 1890. Als weitere, durch Hingers Einfluss eingeführte Lehrmittel sind zu nennen: 1862 Handkes Wandkarten, 1865 Stilübungen von Haesters, 1892 die von einem Lehrerausschuss bearbeiteten Geschäftsaufsätze als Beispielsammlung für den Gebrauch an Fortbildungsschulen, 1894 die erste offizielle Karte des Fürstentums; als durchaus zeitgemäss wurde seine Anregung akzeptiert, 1889 für jedes Schulzimmer einen Spucknapf für den Lehrer anzuschaffen! Noch in der Lehrerkonferenz am 5. November 1894 wurden Hingers musterhaft geführten Wochen- bücher als Beispiele gezeigt und zur Nachahmung empfohlen.56 5.5. MITWIRKUNG BEI DER AUS- UND FORTBILDUNG DER LEHRER An der Vorbereitung von Lehramtskandidaten war Hinger oft beteiligt, besonders im Unterricht in Gesang, Klavier- und Orgelspiel. Im Auftrag der Landeschulbehörde begleitete er die Anwärter Ludwig Seger und Fidel Ospelt von Vaduz, Johann Kaiser aus Mauren und Mathäus Marxer aus Eschen vom 16. bis 18. Juni 1861 zur Aufnahme in das katholische Lehrerseminar Schwäbisch Gmünd in Württemberg. Examen in deutschen Ländern waren immer noch gute Voraussetzungen für die Übernahme in den Schuldienst im Fürsten- tum, denn eine Verordnung von 1859 bestimmte: «Die Ausbildung derjenigen, die sich dem Beruf eines Schullehrers widmen wollen, hat in der Regel in einem öffentlichen Schullehrerseminar Deutschlands zu geschehen. Das Regierungsamt kann jedoch zur Erteilung dieses Unterrichts auch einzelne befähigte Geistliche oder Lehrer ermächti- gen».57 Über die landsmannschaftliche Herkunft bestimmte die gleiche Verordnung: «In der Regel können nur Inländer als Schul- amtskandidaten auftreten; mangels geeigneter Personen im Lande 56 Landesarchiv Vaduz: Protokollbuch der Schule in Vaduz 1890 - 1943 S. 25 57 Wie Anmerkung 1 S. 326 179
        

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