Rechenbücher von Dr. Fr. Ritter von Moenik, die das Rechnen mit Dezimalbrüchen seit der Einführung des metrischen Systems bei Massen und Gewichten stärker berücksichtigten. Sie wurden den Landesverhältnissen angepasst mit Aufgaben wie z.B.: Unser Fürst Johann wurde am 5. Oktober 1840 geboren und trat am 12. November 1858 die Regierung an; a) wie alt war er damals? b) wie alt ist er heute? c) wie lange regiert er? oder andere Beispiele: Liechtenstein hat 9593 Einwohner, wieviel betragen davon 15%? Ein praktisches Beispiel für die doppelte Grenzlage bietet folgende Aufgabe: In Feldkirch kostet ein kg Ochsenfleisch 72 kr, in Buchs dagegen 1 Fr. 50 Rp. Wo kauft man billiger? Die Konferenz am 13. Juni 1880 wünschte eine Überarbeitung der österreichischen Rechenbücher auf liechtensteinische Verhältnisse und beauftragte eine Kommission unter Hingers Vorsitz mit den Kollegen Quader, Höri, Hasler und Reallehrer Ospelt damit; Hinger konnte im Herbst 1881 den druckfertigen Entwurf des Buches für die Oberklassen vorlegen; zwei Jahre später erschienen auch die zwei Bändchen für die Unterklassen, deren Neubearbeitung ihm und Quader durch die Konferenzen 1882 übertragen worden war. Bei dieser starken Inanspruchnahme neben dem vollen Schuldienst fand er es für beklagenswert, dass er die dazu aufgewendeten Selbstkosten für Schreibmaterial u. dgl.-nur knapp ersetzt bekommen konnte. Nach weiteren fünf Jahren bearbeitete er auftragsgemäss die Rechenbücher in Anpassung an die gültige deutsche Rechtschreibung, was ihm für die Mittelklassen 1888 und für die Oberklassen 1889 möglich war. Im Jahre 1889 wurde er von der Frühjahrskonferenz beauftragt, die vom badischen Lehrerverein herausgebrachten Modelle zur Flächen- und Körperberechnung für die Fortbildungsschulen zu bestellen; die Ein- führung erfolgte im Herbst. Auffallend wenig ist von dem begeisterten Muskikfreund von der Musikpflege in der Schule zu hören, obwohl es auch auf diesem Gebiet an Einheitlichkeit mangelte. Nach einem Maurer Schulchronisten fehlte noch 1890 ein einheitliches Gesangbuch, fast jede Schule benützte eine andere Liedersammlung. Erst im Jahr 1894 beschloss die Konferenz die Einführung des Schul-Liederbuches des Lehrers Wirttensohn aus Rankweil in allen Schulen des Landes. Ebenso beauftragte sie Hinger damit, die Liniaturen für die neu einzuführen- den linierten Schulhefte auszuwählen. 178
        

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