Dr. Joseph Grass mit einer grossherzigen Gabe von 20000,-fl R.W. zu Hilfe. Der Stiftungsbrief bestimmte nämlich die Zinsen aus 14000 - fl zur teilweisen Dotierung der Stelle des Reallehrers an der zu gründenden Landesrealschule in Vaduz und die Zinsen aus den weiteren 6000 - fl als Gehaltszulage für den an der Knabenschule in Vaduz anzustellenden Oberlehrer. Diese Stelle ist im Sommer 1857 auch in deutschen Blättern zur Bewerbung ausgeschrieben worden, wovon ich zwar Notiz genommen, mich aber auf spezielle Aufforde- rung zu näherer Erkundigung an Ort und Stelle erst später zur Bewerbung entschlossen habe. Trotz Eingang meines Gesuches nach abgelaufener Meldefrist erhielt ich unter 18 Bewerbern aus verschiede- nen Ländern die Stelle durch Dekret vom 16. Oktober 1857 mit einem Bargehalt von 540 fl R.W., nebst Quartier und Holz als Oberlehrer der Elementarschule zu Vaduz und dem Organistendienst. Der Bezug für letzteren Dienst ist mit 40 - fl in obigem Bargehalt eingerechnet. Nachdem mir seitens der Königlichen Regierung in Sigmaringen (ich diente 16 Jahre in Hohenzollern) die Entlassung aus meinem dermaligen Dienstverhältnisse als Staatsbeamter an der Königlichen Correktionsanstalt zu Habsthal bewilligt worden war, bereitete ich mich zum Abgang von dort und zum Antritt meiner neuen Stelle in Vaduz vor. Eine eingetretene Hirnhautentzündung verzögerte meine Abreise, und ich konnte deshalb erst am 24. November 1857 gegen Abend in Vaduz eintreffen bei stürmischem Föhnwind. Letzterer Umstand war wohl eine Vorbedeutung! Am 27. November konnte ich endlich die Schule, 72 Köpfe aller 8 Altersklassen zählend, antreten, wobei ich mich mit einer Rede an die Schüler einführte. Mit freundlicher Beihilfe des Herrn Hofkaplans Fetz, welcher an der Schule die Katechese besorgt hatte, wurde ein geordnetes Schülerverzeichnis, ein sogenannter Fleisskatalog, hergestellt; Schul- akten waren keine vorhanden. Das weibliche Personal des Kirchen- chores hatte kurz vor dem Abgang meines Vorgängers gewechselt und musste fleissig eingeübt werden; an Arbeit fehlte es also nicht.»45 5.2. MUSTERLEHRER UND LEHRERVERTRETER Die Wahrnehmung seiner Aufgaben als Musterlehrer zeigte sich in den fast vier Jahrzehnten seiner Tätigkeit in Liechtenstein in sehr 45 Wie Anmerkung 16 S. 12 ff 169
        

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