Von 1838 bis 1841 bereitete er sich in Haigerloch und Sigmaringen auf den Lehrerberuf vor.11. Art und Nachhaltigkeit dieser Ausbildung sind nicht festzustellen. In Haigerloch wird es sich um private Vorbereitung durch einen dortigen Schulmeister gehandelt haben; wenn er Glück hatte, war diese besser als diejenige, von der es in einem dortigen Oberamtsbericht vom 24. November 1841 heisst: «was die kürzlich stattgehabte Prüfung der elf bis vierzehnjährigen Knaben, die ihre Eltern für das Präzeptorat bestimmt haben, nur zu klar bewiesen habe, nämlich, dass die Schulen sich noch nicht auf dem geforderten Stand befinden.»12 In Sigmaringen wird Hinger die nach der Verord- nung vom 16. Mai 1826 gegründeten Schulpräparandenanstalt besucht haben, die «im Jahre 1841 von Sigmaringen nach Habsthal verlegt und mit der dortigen Erziehungsanstalt vereinigt worden ist».13 «Der Konvent des 1806 an das Haus Hohenzollern Sigmaringen gefallenen Zisterzienserinnenklosters war 1840 aufgelöst worden»14, so dass Räume frei standen. Bei der zweijährigen Ausbildungszeit kann Hinger unter den vier Zöglingen gewesen sein, die mit Musterlehrer Schreiner dorthin übersiedelten:15 denn er gibt im Jahre seines fünfzigjährigen Dienstjubiläums den 17. Dezember 1841 als Beginn seiner Lehrertätigkeit an.16 Über den Erfolg dieser kurzlebigen Anstalt im alten Kloster (1841 -1848) liegen keine Ereignisse vor, doch können sie kaum einen Vergleich mit grösseren Nachbarstaaten aushalten, etwa mit Württemberg mit der schon seit 1648 für alle Kinder bestehenden Schulpflicht sowie dem 1811 in Esslingen gegründeten evangelischen, und dem seit 1825 in Gmünd bestehenden katholi- schen Lehrerseminar. Es ist als sicher anzunehmen, dass Hinger sich bei seinen späteren beruflichen Leistungen die meisten seiner 11 Mitteilung des Landesarchives Vaduz an den Verfasser vom 3. 11. 1982 12 Wie Anmerkung 9 S. 874 13 J. Bailer: Sammlung der Gesetze und Verordnungen über das Elementarschulwesen in den Hohenzollernschen Landen P. Liehner 1864 S. 129 14 Edmund Becker: Die Kirchen-, Kapellen- und Altarspatrozinien im Kreis Sigmaringen, Heft 6/1964 Zur Landeskunde Hohenzollern S. 56 15 Staatsarchiv Sigmaringen, Nachlass Keller 42/26 Präparandenanstalten 16 Landesarchiv Vaduz, Gedenkbuch der Schule in Vaduz (Schulchronik 189 Seiten) S. 57 158
        

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