sprachlichen Ländern; früh schon schrieben Souveräne und Regieren- de vor, was für die Volksbildung geschehen soll: Einrichtung von Schulen, Bau von Schulhäusern, Anstellung von Lehrern, Einführung der Schulpflicht u.a.; die entstehenden Lasten aber wurden denen auferlegt, die sich durch den Entzug ihrer Kinder als Helfer in Haus und Feld durch einen nach ihrer Meinung unnötigen Schulbesuch in ihrer wirtschaftlichen Grundlage geschwächt und gefährdet sahen. Und dazu sollten sie selbst direkt oder über ihre Gemeindeabgaben beitragen! 2. JUGEND UND AUSBILDUNG ANTON HINGERS Geboren wurde er am 1. Juni 1823 in Bittelbronn im damaligen Fürstentum Hohenzollern Sigmaringen als jüngstes von fünf Kindern des Schneiders Constantin Hinger (1779 - 1834) und der Verena (Veronika) Henle (1783 - 1857). Dem Rat des Ortspfarrers folgend, Hessen die Eltern den aufgeweckten, wissbegierigen und fleissigen Schüler der heimatlichen Dorfschule mit ausgeprägten musikalischen Neigungen den Lehrerberuf ergreifen. Gerade musikalische Talente waren damals wichtige Voraussetzungen für diese Laufbahn, denn von einem «künftigen Lehrer werden nicht nur die unentbehrlichen, sondern auch andere nützliche Kenntnisse erfordert, und vorausge- setzt, dass ein künftiger Lehrer einigen Unterricht in der Musik geben vermöge».8 Schon im Jahre 1811 unterstützte ein Glaser Doli in Haigerloch sein Gesuch um Anstellung als Schulmeister mit dem Hinweis, «dass er in der Musik erfahren sei».9 Daneben war bei dem jungen Anton Hinger auch bemerkenswert sein frühes Interesse für die Natur. Schon als Junge veredelte er Obstbäume und befasste sich mit Gedanken der Bodenverbesserung. Diese erstaunliche Neigung führte ihn später zur wissenschaftlichen Betätigung und Lehrtätigkeit auf diesen Gebie- ten.10 8 Wochenblatt für das Fürstentum Sigmaringen 1. Jahrgang 1809 S. 69 9 Franz Xaver Hodler: Geschichte des Oberamtes Haigerloch, Hechingen 1928 S. 843 10 Geschichte des Lebens und der Familie von Oberlehrer Anton Hinger, Maschinen- schriftliche Zusammenstellung im Privatbesitz S. 8 157
        

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