Acht Jahre später wurde das Bataillon zu einem «Ernstfall» zum letzten Mal zusammengezogen, als es am 18. Mai 1849 zu einem nach Schleswig-Holstein geplanten Ausmarsch gegen Aufständische Sigma- ringen verliess, wo das liechtensteinische Militär einige Tage vorher eingetroffen war. «Über Hechingen kam die Einheit bis Korntal: dort erhielt das Bataillon den Befehl, den Aufstand im Grossherzogtum Baden unter dem preussischen General v. Peuker niederzudrücken . . . Die Freischärler-Feinde wurden beim Rückzug durch die Murg im Wasser abgeschossen ... Im Gefecht vor Oos plänkelten die liechten- steinischen Scharfschützen einige Zeit mit dem Feind und zogen sich nach Eintreffen der Artillerie auf die Haupttruppe zurück . . . Am 10. September 1849 erfolgte die Rückkehr nach Sigmaringen; von dort zogen die Hechinger und die Liechtensteiner in ihre Heimat zurück. Damit hatte das Hohenzollern-Liechtensteinische Leichte Bataillon sein Ende gefunden.»6 Zu einer ganz anders begründeten, sehr persönlich gelagerten Beziehung zwischen den südlichen Kleinstaaten kam es später durch die jahrzehntelange, erfolgreiche Arbeit am Aufbau des Schulwesens in Liechtenstein in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts durch den aus Hohenzollern stammenden Oberlehrer ANTON HINGER. Über das Persönliche hinaus ergeben sich bei der Verfol- gung seines Lebenslaufes mannigfache Aufschlüsse über die Volksbil- dung und das öffentliche Leben vor mehr als einhundert Jahren, «denn im Bericht über die Tage einer kleinen Gemeinschaft bekommt man als Wirklichkeit zu hören, wie es den Menschen ging, wie es dem einen oder anderen zumut war in seinen Pflichten und Rechten zu bestimmter Zeit an bestimmtem Ort».7 Die sehr mühsame und äusserst langwierige Entwicklung des Schulwesens und die späte und langsame Überzeugung der breiten Bevölkerung vom Lernen als Voraussetzung von Fortschritt und Wohlfahrt hatten die gleichen Hintergründe in diesem kleinen Staate wie in den übrigen deutsch- 6 Hechingen Hohenz. Heimalbücherei Rechnungsrat DORN: Das Hohenzollerische Militär zur Zeit der Napolionischen Kriege bis zu seiner Auflösung 1849, Liehner Sigmaringen 1912 S. 13 ff. 7 Werner Weber! Vorwort von Theodor Heuss «Die grossen Reden» Rainer Wunderlich Verlag Tübingen 1965 S. 13 155
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.