Bey Ruggel Hesse sich der Rheinzoll durch Erweiterung der Riedstras- se bis gegen den Nowelser Bart33 sehr mächtig erhöhen, da die Frachtwägen mehrere Stunden ersparen könten. Durch ein landes- fürstliches Gebot könnte die Gemeinde, die meist im Bedarf dieser Strasse ist und sie der sumpfigen Lage wegen nicht befahren kann, verhalten werden, sie herstellen zu sollen, und [dies] würde bey Anwendung vereinter Kräften kaum 2 Tage Arbeit verursachen. Ich selbst bin die Strasse zwischen Mauern und Nendeln gefahren, die durch einen Sumpf führt und vom kaiserlichen Militär während der Kriegszeit herzustellen anverlangt worden ist, aber die Unterthanen wollten sich nicht dazu bequemen. Der Landvogt wusste und verstünde sie nicht dazu zu bestimmen. Ein kaiserlicher Hauptmann, der des Ansuchens schon müde war, fragte den Landvogt: ob derselbe nichts dagegen hätte, wenn er die Strasse selbst herstellen Hesse? Derselbe war froh, dies Geschäft einem andern überlassen zu können. Der Hauptmann verordnete daher in der Gemeinde, dass Tags darauf alle bespante34 Bauern zum Stein- und Schotterführen, alle Fussleute zum Steinladen ausrücken sollen, commandirte zur Aufsicht V2 Compagnie, und in 24 Stunden war der Weeg auf die solideste Art hergestellt. Die Bauern fluchten zwar in geheim, danken aber itzt ingedenk der vorigen Unbequemlichkeiten für diese solide Weegbesse- rung, und so wären hier sehr viele Strecken durch die Sümpfe zu machen, wenn der Amtirende Einsicht und Schärfe genug besäss, was Nützliches durchzusetzen. Selbst die Landstrasse könnte wie in Österreich und Bayern durch Aufgeboth der Concurrenz35 unentgelt- lich beschottert und in fahrbarem Stand erhalten werden, das gegenwärtig der Herrschaft ganz allein mit Verschlingung der Zölle und Maüten überlassen bleibt. Kann dies dort geschehen, wo der Unterthan [für] alle Post genug hohe Mauten entrichten muss, warum nicht auch hier, wo derselbe keine Mauten zahlt und wegen den vielen Sümpfen keine andere als die Landstrasse zu befahren vermag. Der geheime Rath Wibecking36 war den l.ten dieses Monats auf der Strassen-Bereisung bis Nendeln [gekommen], und es beliebte ihm, dem bayerischen Landrichter von Feldkirch zu verordnen, dass die Strass sogleich in besser fahrbaren Stand gesetzt und Magazin- Haüfeln37 in doppelter Reihe bevorräthiget werden. Der Landrichter klärte ihn 7 119
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.