Der zweite, minder beträchtliche Theil der Sümpfe muss dem theilweise seichten Rinnsall des Rheins zugeschrieben werden. Dieser wird mit mehr Schwierigkeiten als ersterer getrocknet werden könen, wenigstens bey Ergiessung des Rheins ist die Überziehung mit Wasser dieser Streken unverhinderlich. Aber wenn sie Gräben durchschnei- den, so wird die Überschwemmung nur vorübergehend, die Fläche vielmehr durch die Grabenaufwürfe erhöhet und also dennoch nutzbar gemacht. So lang sie hingegen eine Gemeinheit bleiben und der Landesfürst zur Zertheilung und Cultivirung nicht die gesetzliche Auflage macht, [wird] nichts dem Ziele zugeführt. Auch von Lindau bis Feldkirch machen einer Seits die Bergabhänge, andererseits der Bodensee derley sumpfige Riede, aber die Regierungsauflage, sie zu cultiviren, hat die dortigen ungeheüren Strecken aus ihrem Schlum- mer der Unnutzbarkeit geweckt. Ich sähe schon unzählige, theils breite, theils schmale Gräben geführt, auf den Zwischenräumen die herrlichsten Früchte gepflanzt und so das der vorigen Regierung unmöglich geschienene möglich gemacht. Selbst Seine Kaiserliche Hoheit der Prinz Johann29 fragten anno 1805 bey Anblick der unermesslichen, unnutzbaren Riede von Balzers abwärts durch die ganze Herrschaft Vaduz, dann ringsum der Herrschaft Schellenberg: ob es dann keine Menschen auf diesen Herrschaften gebe, dass so enorme Strecken uncultivirt in dem rohen Naturszustand belassen werden, wo doch sichtbar ist, dass der cultivirte Terrain sehr unbedeütend30 ist? Selbst der regierende Landvogt beantwortete die Frage mit dem wichtigen Argument, dass die Strecken eine Gemeinheit ausmachen und der Bürger zur Cultivirung nicht zu bewegen wäre. Diesfalls also müssen die landesherrlichen Gesetze der Culturs-Sucht den Schwung verschaffen, und der Besitzstand des Unterthans wird aufs Vierfache erhöhet seyn. Etwas ist zwar seit dem durch die neüe Rötungen, besonders bey Balzers, Triesen, Vaduz und Schaan, geschehen, aber immer noch viel zu wenig, um das grosse Werk für vollendet zu halten. Einigen leichtet zwar der Vortheil der Neürissen schon ein, wie dies die nebenliegende,31 mir übergebene Bitte einiger Nachbarn von Vaduz bewähret, aber die gute Sache hat noch zu viele Widersacher, daher die Macht der Regierung implosirt32 werden muss, was doch jeder einsichtige Bürger von selbst ergreifen sollte. 6 118
        

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