21 Christoph Grass (1753 - ca. 1821/26) stammte aus Braz. Er führte den Titel «Chyrurgus», war aber kein studierter Arzt, sondern eine Art Barbier. Nebenbei war er bis zum 1. Oktober 1808 auch Strasseninspektor. 22 Zollner (oder Hauptzolleinnehmer) war Johann Joseph Goldner (1769 - 1846). Er stammte aus Stallehr bei Bludenz. 1794 - 1801 war er Amtschreiber in Vaduz, 1801 - 1816 Hauptzolleinnehmer, 1816 - 1825 Rentschreiber und Grundbuchführer. 1825 wurde er wegen der grossen Ausstände beim Rentamt entlassen. 23 Im Oktober 1808 wurden folgende fürstliche Beamte nach Vaduz versetzt: Josef Schuppler (1776 - 1833) als Landvogt und Peter Zelinka als Grundbuchführer und Gerichtsaktuar. Zelinka wurde 1815 zum Rentschreiber befördert, bevor er auf den 1. September 1816 nach Lundenburg versetzt wurde. 24 Contumacierung: Landvogt Menzinger sah sich offenbar ausserstande, ein Urteil zu fällen, worauf die fürstliche Hofkanzlei ohne Anhörung der Betroffenen entscheiden musste. 25 Die Kriegsereignisse von 1794 bis 1802 haben im Land Schäden von etwa einer Million Gulden verursacht. Die Ausgleichung der Schulden führte zu langjährigen Auseinandersetzungen. 26 Randvermerk: «NB». 27 praesentieren: vorlegen. 28 Randvermerk: «NB». Die Schaffung einer gemeinsamen Kanzlei war ein wichtiger Schritt zur «Bürokratisierung» der Behörde: Dadurch wurden die Arbeitsräume von den Wohnräumen getrennt, die Kontrollmöglichkeiten über die Amtstätigkei- ten vermehrt, die Schriftlichkeit und der Rationalismus gefördert usw. 29 vaciren: leer stehen, unbesetzt sein. 30 Tiro: Anfänger 31 Ferdinand Adolf Smieth (auch Schmieth, Schmid, Schmidt) wurde um 1766 geboren und kam 1806 als Raitleger (Rentmeister) nach Vaduz, wo er sich auszeichnete: Er führte nicht nur die Rentamtsbücher vorbildlich, sondern trieb auch die riesigen Ausstände beim Rentamt ein. Mit den Landvögten Menzinger und Schuppler verstand er sich nicht gut, da er sich ihnen nicht unterordnete und gegen sie intrigierte. Wie aus dem Bericht Hauers hervorgeht, begleitete er diesen zumindest zeitweise bei seinen Lokalisierungen. 1815 wurde er in die Buchhaltung nach Butschowitz versetzt, wo er 1825 zum Oberbuchhalter befördert wurde. 32 Honorificum: etwas Ehrenvolles. Dank dem Besitz des Fürstentums Liechtenstein hatten die Fürsten von Liechtenstein im Alten Deutschen Reich Sitz und Stimme auf dem Reichstag in Regensburg und danach seit 1806 den Rang von souveränen Fürsten. Das Fürstentum Liechtenstein war der Juwel unter den zahlreichen liechtensteinischen Herrschaften. Wirtschaftlich hatte sich der Kauf des Fürsten- tums aber nie bezahlt gemacht. Die Erträge reichten nie aus, um die Kaufsumme zu verzinsen. 33 Die Burg Liechtenstein bei Mödling gilt als die Stammburg des Hauses Liechtenstein. Nachdem sie gegen Ende des 14. Jahrhunderts in fremden Besitz gekommen war, kaufte Fürst Johann I. sie 1807 wieder zurück und liess sie teilweise restaurieren (Criste S. 163, Kraetzl S. 203). 107
        

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