— 486 — 13 Die Urkunde ist eines der frühen Zeugnisse für die alemannische Mundart Liechtensteins. Die Schreibung Mailair gibt ein gesprochenes Malär wieder, den Namen einer den Faistli verwandten Familie (s. Liechtenstein. Urkundenbuch 1/3 n. 40, 49) und beweist, dass der Schrei- ber Graf Hartmanns die Mundart in Liechtenstein sehr wohl kannte und — wie den Vornamen Hezil, eine Kurzform für Hermann in Haizil — so Malär «schriftalemannisch» in «Mailair» verbesserte. Die Entsprechung von altem ei wurde seit je als besonders auffällig und bezeichnend für die Mundarten südlich vom Bodensee empfunden. Das war damals noch ausschliesslich ä oder das später vorrückende a. Die Form ä ist im liechtensteinischen Oberland heute noch vorherrschend, dagegen in Eschen a. (Eugen Gabriel, Die liechtensteinischen Mund- arten, Jahrbuch d. Hist. Vereins f. d. F. Liechtenstein 1965 S. 195). Sowohl die (vermutete) oberländische wie die unterländische Mundart- form wollte der Schreiber entfernen. 376. Salem} 1327 Oktober 9. Graf Heinrich2 von Werdenberg und von Schmalegg3 erklärt öffentlich, dass er — nicht von rechtswegen oder nach Herkom- men, sondern aus Liebe und um des Schutzes willen vom Abt und Kon- vent zu Salem drei Fuder Landwein und sechs Pfund Pfennig Konstan- zer erhalten habe. Er verspricht, sie, ihre Leute und Güter, wo immer die gelegen sind und insbesondere ihren Hof zu Tepfenhard,4 ihr Gut zu Urnau,5 zu Bebenwiler,6 zu Bibrugg"' und alle Güter, die in der Nähe gelegen und ihm erreichbar sind, zu schützen wie eigene Güter und ihnen keinen Schaden zuzufügen noch zufügen zu lassen, weder durch seine Dienstleute noch andere Leute und zwar ab St. Gallentag ein ganzes Jahr. Original im Generallandesarchiv Karlsruhe Abteilung 4 Salem Kon- volut 48 Stifter und Klöster. — Pergament 11,6 — 12,5 cm lang X 22,1, keine Plica. — Kleine Initiale. — Vom Pergamentstreifen, der von der Urkunde ge- schnitten ist, hängt ein kleines Stück im aufgerissenen Schnitt, Siegel fehlt.
        

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