Grafschaften etc. führen und sich, nachdem er am 30. April 1478 in diesen burgundischen Ritterorden aufgenommen worden war, auch der Symbolik des Vlies-Ordens bedienen. Letzteres kam vor allem im militärischen Bereich zum Ausdruck. So z.B. begegnen uns sowohl die Glieder der Kollane (Halskette) des Vlies-Ordens, Feuereisen und Feuerstein, als auch das Andreaskreuz auf den für Maximilian gegossenen Geschützrohren, auf Fahnen und Zelten. Auf diese Weise kam das burgundische Andreaskreuz, welches nach 1478 alsbald zu einem persönlichen Abzeichen Maximilians geworden war, auch nach Tirol, dessen Regierung seit 1490 in den Händen dieses jungen Königs (Wahl und Krönung 1486) lag. Fragen wir nach maximilianischen Denkmälern mit dem Andreaskreuz in Tirol, so kann hier an erster Stelle auf eine militärische Fahne hingewiesen werden, welche König Maximilian am 17. August 1496 der Aufgebotsmannschaft des Landesgerichtes Landegg verliehen hat. Zwar ist diese Fahne selbst nicht mehr erhalten, doch befindet sich im Tiroler Landesarchiv in Innsbruck die amtliche Abschrift der betreffenden Verleihungsurkun- de, worin dieses «Fendlin» genau beschrieben wird. Demnach war dasselbe «rot, weyss, und blab nach leng durchaus getailt mit sand Andrescreuz enmiten über zwerch vergult darynn» d.h. dass quer über das senkrecht rot-weiss-blau gestreifte Fahnentuch ein goldenes Andreaskreuz aufgenäht war. Laut der um 1630 verfassten Geschichte der Landeshauptleute von Tirol des Andrä Freiherrn von Brandis sei das maximilianische Andreaskreuz bereits bei der Schlacht an der Calva 1499 für Tirol allerdings in negativer Weise in Erscheinung getreten. Demnach hätten sich jene Bündner, die die Tiroler Landesverteidiger über das Arundatal umgangen haben und diesen dadurch in den Rücken fallen konnten, zur Täuschung der Tiroler «rote Crüez auf ire Claider genänt unnd Pfabenfedern aufgesteckt», weshalb der Feldhauptmann der Tiroler glaubte «es were der Königische Vbrtrab». Unter den roten Kreuzen können nämlich in Entsprechung zu obigen Ausführungen nur Andreaskreuze gemeint sein. Als Nachweis dafür, dass das Andreaskreuz auch im Vinschgau als österreichisches Symbol bekannt und verbreitet war, erwähnt Hye u.a. «Schlanders: Steinmetzarbeit am kleinen Nordportal am Chor der Pfarrkirche (ca. 1505), Burgruine Lichtenberg: Aussenwand des Nordrondells. Wappenfresko von ca. 1513/19. Burg Schiandersberg: Freskendarstellung (1. Drittel des 16. Jh.). Glums: Aussenwand des 236
        

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